Ausgabe 
8.2.1806
 
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Koxtsezzung der Gedanken über Landes sperren und Bhcurung der Lebensmittel.

.Man sperret die Ausfuhr derallge- wenien und nothwendigen Lebensbedürf­nisse ans mehreren Ursachen, damit ihr Preiß durch allzuhaufige Käufer nicht er­höhet werde. Denn man hat schon oft gesehen und erfahren, daß ihr Preiß ae- megeu ist, und daß eben zu der Seit die Enge der Käufer der Lebensmittel groß rrar. Möchte man aber die Entstehung solcher Begebenheiten naher untersuchen, so wurde man dieß finden: der feile Vor­rath von Lebensmitteln war entweder fei» ner, oder sehr gering; daher würden sie auch bei einer kleinen Zahl von Käufern, die auch hundert und wohl "tausendmal kleiner gewesen wäre, als die gewöhn­liche Zahl der Landeseinwohner, dennoch höher im Preiße gestiegen seyn. Dies Steigen kam also nicht von der großen Menge der Käufer her; denn diese wa­ren höchstens eine zufällige Ursache des Steigens, sondern davon, daß entweder keiner, oder ein allzu geringer Vorrakh von Lebensmitteln da war. Gemeinig­lich fand sich auch dieß: da der Preiß hoch gestiegen war, so rückte ein Vorrath von Lebensmitteln nach dem andern her­vor; die Käufer und Konsumenten fan» den endlich, was sie suchten, nur aber

stets im Mittelpreisie erhalten haben wurde. Durch die Menge der Käufer entsteht alfo weder Mangel, noch Tbeu- rung der Lebensmittel. Vielmehr hat man mehr als einmal beobachtet, daß die Menge der Käufer bey freyer Cirku- lakion den Haufen der Verkäufer und Er- Zieler vergrößere, und daß dadurch die Preiße natürlich erniedrigt werden. Die- semnach scheint es nicht immer nekhwen- dig zu seyn, die Ausfuhr der Lebensmit­tel zu sperren, um sie im Mittelvreiße zu erhalten. Eine andere Absicht ist diese, damit kein Mangel daran im Lande entstehe; und ferner, damit nicht daraus ein übertriebener Preiß oder eine Theu- rung erfolge. Freilich steigt ihr Preiß, wenn einerseits viele Nachfrage ist, an- derseits^entweder würklich keine Lebens­mittel noerall vorhanden find, oder keine feil geboten werden. Dies ist also das Uevel, wenn nämlich keine Lebensrnittel vorhanden, oder wenn keine da sind. Da aber, wie vorhin gesagt, fid> 0 niglich zulezt zeigte, daß das ganze Uebel darauf hinaus lief, daß der in genügsa­mer Menge vorhandene Vorrath nicht feil war; so war folglich Vorrath da. Mithin war die freie Ausfuhr nicht Schuld an der Tbeurung. Demnach kann die Theurnng durch das Verbot der Ausfuhr nicht verhütet werden.

In dem Falle, da von gewisse» Materialien noch immer mehr erzielt wer­den könnte, (und wo ist das Land, wo Kultur und Produktivität den höchsten Gipfel der Vollkommenheit erreicht ha­ben ? ) werden die Erzieler durch ein Aus­fuhrverbot genötigt, weniger zu erzie­len, als sie wohl mit Vortheil für sich und das Land erzielen könnten.

rnuften sie es übertheuer bezahlen. Es war also Vorrath vorhanden, aber ver­schlossen, nicht feil. Anfangs bot er sich gar nicht feil, hernach nur in klei- rien Vorräthen, welche, wie man es am Ende der Noth berechnen konnte, zu­sammen eine große und hinlängliche Menge ausmachten, welche, wenn sie ordentlich feil geboten wäre , sich auch Sperrung des Handels, Bedrü, ver der großen Menge von Käufern doch ckung und Verletzung des. Eigen?

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