Ausgabe 
7.6.1806
 
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derischen Herrn Erben zustehende Aehen- den im Neustadter und Selzerpförter Feld dahier, und zwar entweder auf meh­rere Jahre oder auch nur auf dieses Jahr, an den Meistbietenden unter den noch näher bekannt gemacht werdenden Bedin­gungen verliehen werden, wozu sich die Liebhaber aus den bestimmten Tag Nach­mittags um 2. Uhr in Unterzeichnetens Wohnung einzufinden haben.

Giessen den ztenJuni 1806.

C. Sues.

3) Ein hiesiger Cbirurgus sucht ei« neu Lehrling , der mit Vorkenntnissen ver­sehen , um solchen die Chirurgie zu er­lernen. Bei Ausgebern das Nähere.

4) Mehrere Achtel sehr gutes Korn sind zu verkaufen. Wo? ist bei Ausge­bern dieses zu erfragen.

Bücher-Auction in Laubach.

Von der Sammlung juristischen , ca- meralistischen , forstwisseiifchafllicden und andern Büchern , Freimaurerschriften, goldenen, silbernen und anderen Mün­zen und Medaillen, welche den 2ZtenJu- lii a. c. und folgende Lage zu Laubach versteigert werden sollen, sind Verzeich­nisse in der Heyer',chen Buchhandlung zu haben.

Ein Mittel wider das Durchliegen in Blankheiten.

Das Wundwerden in Krankheiten ist unstreitig eine der empfindlichsten Pla­gen eines langwierigen Lagers; eine Mar­ter für den Kranken sowohl, als für sei- neu Arzt. Oft würde ein sanfter Schlaf dein Patienten nökhigerseyn, als alle Arz­nei ; aber der Arzt wünscht vergebens; der brennende Schmerz in jeder Lage ver­hindert alle Ruhe.

Nachstehendes Mittel dient alS Vor- beuguttgsmittel, verschafft aber auch zu­

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gleich bei schon erfolgtem Durchliegen die wohlthatigste Linderung: Man läßt ein Rehfell, das vorzüglich lange Haare ha­ben muß, vom Kürschner dergestalt be­reuen , daß die bewachsene Stelle unver­sehrt bleibt. Dieses legt man mit der nackten Seite zu unterst auf das Unter­bette des Kranken, mit der Vorsicht, daß der Hintertheil des Fells nach dem Kopfe des Patienten, der vordere aber, oder das Halsstück, nach den Füssen gekehret werde, so daß sich die Haare gegen den Rücken des Patienten aufwärts lehnen, oder wie man zu sagen pflegt, bergan stehen. Ueber das Fell legt man ein wei­ches leinenes Tuch, das man mit frischem Hirschunschlicht bestreicht, undaufdieses legt sich der Patient mit entblöstem Rü­cken.

Es klingt vielleicht sonderbar, aber es ist nichts desto weniger gew ß, und der Patient empfindet es , daß ein solches La­ger weicher und seinen Umstanden ange-- messener ist, als ein Bette von Eyderdu- «en. Und mich dünkt, der Grund sey leicht zu finden. Denn anstatt, daß sich die Federn zusammen packen und wegen des soi twährenden Drucks zulezt ein har­tesLager geben, richten sich dieaufwärts gekehrten Haare bei dem Hinabglitschen des Patienlen im Bette, das bei einer jeden Bewegung auf eine unmerkliche Art erfolgt, immer mehr empor, und tragen ihn gleichsam auf den Spitzen. Auchver- statten die aufgerichteten Haare einen freier» Zugang der Luft zu den leidenden Stellen,, dahingegen ein Federbette den­selben gänzlich abhält und eine beschwer­liche brennende Hitze verursacht. Das Hirschunschlicht trägt insofern das Sei- nige zur Verhütung des Wundwerdens bei, a!s es die Haut erweicht und ge­schmeidig macht. Und aus eben diesem Grunde lindert es die Schmerzen bei schon wundgewordnen Stellen.

Gor-