Ausgabe 
7.6.1806
 
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Von der menschlichen Glückseligkeit, und den Mitteln sie zu befördern. (BeschluS.)

Wenn wir Puppen haben; wohl uns, wenn wir sie nur nicht sündlich und lä­cherlich wählen, sie für uns behalten, und nicht auch andern aufdringen wollen I Denn ob dies gleich mehr ein Spiel als eine Glückseligkeit ist, so bin ich dennoch nicht gefinnet, sie, so lange sie in den Grauzen der Unschuld bleibt, zu verdam­men. Unser Leben besteht, soll uns an­ders dessen Führung nicht dereinst zu spat gereuen, aus einem Zusammenhänge ernsthafter und saurer Geschäfte, die un­sere mehreste Zeit dahin nehmen. Derr- jenige müßte barbarisch seyn, der uns eine' unschuldige Puppe rauben wollte, damit wir spielend eine dem Schweife entzogene Erholungsstunde ausfülleu wollten.

Jedoch der Weise setzt hierin nur sein Spiel. Seine Hauptglückseligkeit ist in weit wichtiger» Dingen gegründet. Seme Vorstellungen und Wünsche sind durch Vernunft und Wahrheit zu wohl geordnet, als daß sie nicht mit Pflicht und Tugend auf das angenehmste Har­moniken , mit Fehler und Laster streiten, und ihn mir den Einrichtungen zufrieden machen sollten, welche die Vorsehung mit ihm und dem Ganzen, davon er ein Tbeil ist, getroffen hat. Und der Christ hat noch höhere und-gereinigtere Kennt­nisse, Vorstellungen und Wünsche, die in den Gütern des Gnadenreichs ihre vollkommene Befriedigung^ finden. Sie erstrecken sich von da in diefolgende Ewig­keit, und finden in ihrem mit unaus­sprechlichen Gütern erfüllten Schoose ihr Ziel. Und wenn ich in der Kürze mei­nen bisherigen Vortrag von der mensch­

lichen Glückseligkeit und den Mitteln sie zu befördern mit andern Worten wieder­holen sollte; so würde ich meinen Lesern, die ich wahrhaftig glücklich zu sehen wün­sche, zurufen: Man sey weise und ein Christ! Denn ohne Weisheit und Reli­gion werden unsere Neigungen stets aus- schweifen, und nie mit dem, wodurch Gott unfern Zustand bestimmt har, zu­frieden ftyn. Ohne Weisheit und Reli­gion Hessen wir vergeblich ein Glück zu finden , das uns aufErdeu erfreuen, und in die Ewigkeit Nachfolgen könnte.

* m.

Bekanntmachungen.

i) Nachdem die Ehefrau des in den hiesigen Landgräfl. Schutz aufgenomme­nen Juden, Liebmann Abraham zu Lang­göns, Jüdin Sara Raphael von Nieder­weichsel gebürtig, auf geschehenen Vor­halt die ausdrückliche Erklärung gethan, daß sie mit ihrem Mann keinen gemein­schaftlichen Handel treiben, und sich für denselben nicht verbürgen, sondern ihre Rechtswohlthaten sich ausdrücklich Vor­behalten wolle; so wird dieses hiermit be­kannt gemacht, damit die, welche mit ersagrem Juden in Handelsverkehr tret; ten, sich darnach zu benehmen wissen.

Signal. LanggönS den 30 Mai 1806.

Landgräfl. Hess Amt Hüttenberg. C. G. v. Zange n.

2) Nächsten Montag als den yten Juni Morgends 8 Uhr soll das Gegräs auf den, den von Schmalkalderischen Herrn Erben zustehenden Wiesen, öffent­lich au den Meistbietenden versteigt wer­den. Liebhaber dazu können sich um die bemerkte Zeit in der Behausung des Landgräfl. Schultheisen zu Wissek ein- fiuden. t

Sodann werden nächsten Dienstag den roten Juni die den von Schmalkal- deri-