Ausgabe 
2.8.1806
 
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der Stand

eurem Schö-

Brüdern zu

V0M WohIthUN, VOO3U. verbindet.

(Verfolg.) Nächst dem E-fer also,

pfer zu gefallen und euren - -

dienen; Denn dies ist billig euer höchstes Verlangen! nächst diesem frommen Ei­fer sey das euer ernsrlichsteS Bestreben, durch rechtmäsige Milte! eure Glucks- umstände zu verbessern. Wendet Klug/ heit, Witz und Fleiß an, damit ihr nicht uur euch und die eurigen ehrlich ver>or- aen, sondern auch, womöglich, noch andern, die ohne euch müstggehen und betteln oder stehlen würden, zugleich Arbeit und Unterhalt verschaffen könnt. Bei solchem glücklichen Fortgänge eurer Sachen aber, wird es euch auch sehr leicht werden, noch immer von euren uöthiqen Ausgaben so viel zu ernongen, daß ihr den eigentlich Nothleidende» wer­det helfen können. Euch >ft, wie Den Niedrigen, das Elend eurer Mltbrrider bekannter, als den Vornehmen, ^hr habt euch grofienrheils selbst auö armse­ligen Umstanden mühsam emporschwm- aen müssen, und wißt, wie den Hung- riaen , den verwaisten Kindern, den oer­lasse neu Fremdlingen, Den verarmten Wittwen zu Mnthe sey. ^ch wurde m - aerecht handeln ', wenn ich es nicht be euch, denen der Mittelstand zu Thei! ward, gestehen wollte, wie ich es bei den Niedrigsten gestanden habe . daß viele unter euch unbemerkt manches gute »säben: daß viele unter euch stch der und mitleidenswürdigernAr-

to in ihren Häusern verstecke sind, annehmen; für die Verpflegung hulflo- L Kranken sorgen; ihre kummerUche El. lern in ihrem unvermögenden Alter heb' «eich unterstützen : daß mancher unter Iii* einer finkenden Familie unter die Arme sreift, ihr Arbeit und Verdienst

zuwendet und ihr wieder aufhstft: daß mancher unter euch ein verwaistes Kind aufnimmt, unter seinen eignen Kindern aufs sorgfältigste erzieht, fein Herz und seinen Verstand bildet, es zur Arbeit­samkeit gewöhnt, und dem Staate in ihm einen nützlichen Bürger giebt.

Wohlthätige Handlung, wenn ich die Folgen überdenke! Dies Kind wäre vielleicht, zur ewigen Verantwonnng des Reichen, der es wurde bade verwil­dern lassen, der größte Böiewicht, eine Pest des menschlichen Ge>ch^echts ge­worden , und hatte ganze Zauder ins Unglück gestürzt. Nun aber ist daraus durch eure liebreiche Versorgung ein nütz­liches Mitglied des Staats, ein Bür­ger des Himmels geworden. Vielleicht wird dieser Mann-, der euch seine Erzie­hung verdankt, dereinst der liebreichste Ehegatte , der befteVater: vielleicht ent­steht durch ihn eine Familie, die zur Auf­nahme des Landes, zur Versorgung der Armen, zur Beförderung der Arbeitsam­keit und der blühenden Aufnahme vieler Städte vorzüglich ein Groses beitragt: vielleicht nach hundert Jahren w rd. ei­ner seiner Nachkommen ein Wohlihater vieler Tausende, den ganze Völker seg­nen werden. Und aller dieser Segen fließt auf euch zurück: alles dies Gute rührt ursprünglich von end) her, die ihr em vaterloses Kind, den Stamm einer tugendhaften Familie, zum guten Bur­ger gebildet habt! So viel Gutes könnt ihr im gesegneten Mittelstände stiften; und um dazu vermögend zu werden, dürft ihr nur in der Verrichtung eurer Berufs­geschäfte treu, fleißig und klug seyn. Müssiggang erzeugt die ichandlichsteu La­ster und verwüstet die Königreiche: durch euren Fleiß' werden ganze, Lander blü­hend und viel Tausende glücklich.

(Die Fortsetzung folgt.)

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