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) I

Die Frugalitat.

(Verfolg.)

Hat er an einer Gattung Güter ei­nen Ueberfluß, so fehlen ihm andere Gat­tungen nicht, die er wirklich nicht hat. Er macht es nicht wie Ackerleute, die jährlich einerlei schlechte Frucht säen, und denen, die einsehen, daß ihr Land bessere, einträglichere Früchte tragen könnte, ant­worten: wir haben die schlechte am- thigften. Ich müsse vordem mir einem jährlichen Verluste einiger hundert Tha- ler erfahren, in wie viel Stücken ich mir selber nicht genug war. Jezt hört bei mir die Bedürfnis des Mastviehes an Rindern, Schweinen, Gänsen, Kapau­nen re. auf. Die Ausgabe, so der An­kauf künftigen Mastviehes erfoderte, hört auf. Eine gute Taubenflucht, Hühner­zucht , und eine masige Viehzucht, ver­mindern die vorige Bedürfnisse des Schar­rens. Und es fss für mich ein Studium, welches ein beruhigendes Vergnügen be­lohnt , meine Wirthschaft so einzurichten, daß ich alles, was ich aus der Stadt be­darf, mit Produkten meiner Haushal­tung bezahle, und daß diese und ich un­sere Güter nur gegen einander vertau­schen. Diesen Tausch lehrt mich der fru­gale Landmann, wenn ich sehe, daß er bei müsigen Tagen und Zwischenzeiten sein Uebriges an Holz oder Gekraide in der nächsten Stadt in Feierkleider für sich und seine Kinder zum Gottesdienst, zur Hochzeit, zum Trauermal, und in andere Nothwendigkeiten seines Lebens verwandelt.

Es hat mir ungemein gefallen, was ich auf einem sehr angesehenen adelichen Hofe, woselbst viele Bediente in Livree gehalten wurden, bemerket, daß keiner darunter war, welcher nicht eine Pro- ' fession gelernt halte. Es konnten auf

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diesem Hofe verschiedene Handwerker bd= durch entbehret werden. Wäre dies nicht in Häusern, darin viel Bediente gehal­ten werden, ein Mittel, vieler theurer Bedürfnisse entübrigt zu bleiben, wenn diese« Bediente von den Handwerkern gewahlet würden, die mau am häufig- steu nöthig bat 7 Unsere Handwerker sind über das von der Art, baß ein Mensch von einigem Genie und Fleisse, gar leicht in einem Dutzend Meister werden könnte.

Auch die sittliche Genügsamkeit an sich selbst gehört dem Bestreben nach, unter die Endzwecke der Frugalen. Er braucht seine Zufriedenheit durch keine Bals, Pickenicke und andere ähnliche Gesellschaften zu befördern, noch weni­ger durch Quadrille und Splitterrichten. Seine Einsamkeit, die er ohne Ekel er­tragen kan , ist ein nnverwerflicher Zeuge seines Werths , und ich achte allemal denjenigen hoch, der in dieser Probe nicht zu Schanden wird, und bei übri­gen bekannten guten Eigenschaften ohne Ueberdruß einsam seyn kann.

8.

Der Frugale hütet sich, mehr Bedürfnisse zu erdenken, als bereits vorhanden sind, und sucht vielmehr die Zahl derselben zu ver- mindern.

Er sucht sich selbst genug zu seyn. Dieser schöne Endzweck findet um so vielmehr Hindernisse, je gröser die Zahl der Dinge ist, die er nöthig hat. Könnte er ohneETborheit einem Diogenes in der Tonne ähnlich werden, so würde er sei­nen Endzweck am ersten erreichen. Er sucht ihm daher so nahe zu kommen, als möglich iss.

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