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gläubigen Verstand und jede Pflicht hasset, Die ihn von seiner Geliebten trennen will: so waren auch alle Vorstellungen, die mir Eusebie thun konnte, vergebens. Sobald ich ihr zu glauben geneigt war, warv ich unwillig über mich selbst , und ich glaubte ihr nicht weiter, sobald ich uur'meine Augen nach dem Tempel des Glücks wandte. Ich war ganz mit dem Gedanken beschäftiget, wie ich auf eine anständige Art die Wohnung der Zufriedenheit verlassen könnte, als Eusebie Jelbfl .mid) aus dieser Verlegenheit riß. „Ich sehe wohl, (sagte sie,) daß dir Lust und Muth gebricht, hier zu bleiben , und weder Aretens noch meine Grundsätze erlauben uns, irgend jemand zu zwingen. Dein Geist ist ganz auf das reizende Gesicht gerichtet, das dich bezaubert Hai. Die Unerfahrenheit der- «er Jugend bringt es so mit sich. Ich habe Mitleiden mit deiner Verwirrung. Gehe denn hin zum Tempel des Glücks, wenn btt durchaus dahin willst. Gehe, begieb dich in meiner Schwester Gesellschaft und bitte sie, dich hinein zu bringen. Hüte dich vor dem Rath und Beistand aller derer, die nicht zu ihrem Gefolge gehören. Du magst hineiukom- men oder nicht, so vergiß vor allen des obersten Tempels nicht. Wende zuweilen deine Augen dahin, wenn der Glanz des untersten Tempels dir am meisten reizend scheint. Bist du mir gehorsam, so sehen wir uns einander ganz gewiß wieder, und vielleicht zu einer Zeit, da du es am wenigsten vermuthest."
Hier drückte sie mich mit-einer mehr als mütterlichen Zärtlichkeit an ihre Brust, und überließ mich Areten.
hen. Ich bat sie, Eusebiens Rathe-zrr- folge, mich mitzunehmen. Sie war willig dazu, vhngeachtet ihre« Anhänger, wie sie sagte, viele Mühe hätten hinein zu kommen. Ich hörte diese Worte kaum, und meine heftige Begierde, mich dem Tempel zu nahen, ließ dem furchtsamen Zweifel keinen Raum in meinem Herzen'. Wir begaben uns sogleich auf den Weg. Ehrlichkeit, ein ehrwürdiger Mann, in altväterischer Tracht, schlecht und recht, und Fleiß, ein gesunder starker junger« Mensch, dessen Munterkeit seinen Kräften gleich war, waren in dem Gefolge, um Areten zw helfen, mich und meine Mitwandcrer in den Tempel zu bringen. Arete betrachtete mit einem nachsichtsvollen Lächeln den Eifer, womit wir vom Berge her- abeilten. Sie bequemte sich zu unserer Ungeduld , und wir kamen bald in daö anmuthigste Thal.
( Der Verfolg künftig. )
Bekanntmachungen.
i) Nachdem gnadigst verordnet worden, daß von dem lten Oktober dieses Jahres an, Vie Erhebung des Schoor - und Brücken - Geldes gänzlich aufhören, dagegen aber von gedachtem Tag an, das bisher» gehobene Brückengeld in <luplo unter dem Namen Pflastergeld von Seiten der Stadt erhoben werden soll, so wird dieses zu Jedermanns Nachricht hierdurch bekannt gemacht.
Giessen den 2Öten Septembr. 1805, Von Commifsions wegen.
Langsdorf. Meyer. Sonuemann.
Es waren noch zwei andere junge Leute bereit, unter ihrer Anführung und Aufsicht zum Tempel des Glücks zu ge
2) Künftigen Donnerstag den Zten October Nachmittags um 1 Uhr wird zu Staufenberg in der Behausung der Frau Pfar-


