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Vom Essigmachen.
(Verfolg.)
Es ist schon erinnert worden, daß bitteres Bier schwer in guten Essig zu verwandeln, und seine Bitterkeit ,m Essige vorschmecken lasse. Ist man nun in der Nothwendigkeit, dergleichen Vier zum Essig zu gebrauchen, so wirft man glühende Kohlen in das Bier, um die Bitterkeit möglichst auszuziehen, siedet,es in einem großen Kesse! oder Topfe, laßt es darauf kühl werden, wirft langen Pfeffer, oder statt dessen spanischen, eine Oberrinde vom Brodte, auch wohl nur aanz wenig Alaun daran, und gieser alles in ein eichenes Fäßchen , in welches zuvor guter Essig, und zwar nur so viel aetHan worden, daß man damit das Fäßchen inwendig am Holze überall durch Hin - und Herschwanken befeuchten können. _ .
Der Essig von Weißbieren ist dem von Braunbieren vorzuziehen, indem er einen bessern Geschmack hat.
3) Cideressig, Obfiessig.
Obst, es sev süs oder sauer, wird in einem Trvge klein gestampfet, und der Saft ausgepresset. Dieser Saft kann in Fässer gefüllct werden, darin bereits andrer Essig gewesen. Sind es noch neue Fässer, so brühet man sie vorher wit scharfem und siedendem Essige aus, thnt, wenn man will, auch einige Star- kungsmiitel, als spanischen Pfeffer und dergleichen, hinein, gießt den Obsftaft hinzu, und laßt ihn an einem warmen Orte gahren. Einige rhun auch statt deö Pfeffers wohl Bertramwurzel hinein, um den Essig zu starken.
Wenn Eider oder Obstwein gemacht wird, so können die übrig gebliebenen Trester, nachdem der Most davon auS-
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gepresstt ist, auch noch Essig geben. Der Würtembergische ökonomische Kalender besagt, daß die Industrie der Einwohner eines Dorfs im Würtembergischen aus den Obsttrestern Essig bereite. Sie gie- sen nämlich Wasser auf diese Trester, lassen es etliche Tage stehen, pressen sodann die Trester wieder aus, giesen daS Ausgepreßte in ein Essigfaß, und statt eines Ferments sieden sie eine zerschnittene Zwiebel in einem Maase Most, und schütten dieses so heiß ins Faß hinzu. Es wird hinzugesetzet, daß, wenn der aus Cider oder Obstwein angestellte Essig mit Wein aufgefüllet, oder der Weinessig immer mit Cider oder Obstwein anf- gefüllet worden, die so behandelten Essige immer dem besten Weinessige gleich kommen, welcher aus purem Weine gemacht worden.
4) W einefsig. E
Nehmet ein eichenes Fäßchen, m welches i oder 2 Eimer hineingehen, füllet den vierten Theil desselben mit starkem Weinessige an, spüudet es oben zu, leget es an einen warmen Ort, und walzet es öfters hin und her, daß der Essig sich allenthalben wohl ins Holz einzie- hen könne. Wenn drei Wochen vorbei sind, machet mau das Fäßchen wieder auf, und leget es mit offenem Spund- loche in die Sonne, oder sonst an einen warmen Ort, jedoch so, daß es nicht hincinregnen könne. Inzwischen übersiedet man Landwein oder sonst geringen Wein, verschalimet ihn aufs beste, und gießt ihn nach und nach ins Faß, doch so, daß es nicht ganz voll werde, sondern in etwas leer bleibe. Unter dem Eingiesen versuchet man zum öftern , ob auch die Flüssigkeit im Fasse »roch Säure genug habe, und nicht allzusehr überfüllet oder zu schwach werde, um den aufgegossenen Wein genugsam anfeuern - i»


