Ausgabe 
6.3.1802
 
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Vom Efsigmachm.

(Beschluß.)

Sonst kann man auch den Schaum, welcher beim Honigsieden entsteht, zu ei­nem guten Essig machen, wenn man auf solchen abgesammelten Schaum so viel Wasser gießt, daß es wie eine iüße Bier­kalteschale schmecket. Man laßt es auf- jiieden, g;eßt es hierauf durch Leinewand in Flaschen, zugleich etwas Weinessig dazu , und laßt es an einem warmen Ort auf ein Vierteljahr zugedeckt stehen.

Wenn man reinen guten Honig mit Wasser verdünnen, und zu Essig an se­tzen will, so kann man nach vorherge­henden Vorschriften gleichfalls verfahren.

6) Zukkeressig.

Man nimmt auf i Pfund Zucker 8 Pfund Regenwasser, thut es in ein eiche­nes Gefäß , tröpfelt 40 bis 50 Tropfen Vitriolspiritus, und eben so viel Wein­steinspiritus hinzu, bringt daö Gefäß in eine warme Stube hinter den Ofen, da er denn anfängt sehr zu stinken; hierauf wird er zu Wasser, endlich aber, wenn er immer in gleicher Wärme bleibt, wird der schärfste Essig davon.

7) R 0 se n e ss i g.

Nimm 2 Pfund rorhe oder weisse, oder auch wilde Rosen, weiche sie (näm­lich die abgeznpfken Blatter) 24(grum treu in 8 Pfund des schärfsten Weinessigs ein, destillire sie hierauf durch eiyen glä­sernen Kolben im Sande, und laß die Destillation so lange gehen, bis die Ro­sen fast trocken aufdem Boden liegen blei­ben Zu diesem destillieren Essig thue frische rothe Rosen, wenn ihre Vlüth- zeit ist, äusser derselben aber ein Viertel­pfund trockene, lasse sie in dem Essige einige Tage beizen, bis die höchste-

the herausgekommen, und wenn der Es­sig durch ein Löschpapier gelaufen, so verwahre ihn zum nöthigen Gebrauch. Nach eben dieser Vorschrift kann man auch aus andern Kräutern, Blumen und Früchten ebenfalls einen guten Essig be­reiten.

8) Essigpu lver.

Unter Essigpulver versteht man ver­schiedene, mit einer starken Säure ver­sehene trockene und gröstentheils zu Pul­ver geriebene, oder zerstossene Materien, welche sich lange Zeit bequem aufbewah­ren und umherführen lassen, um, da man keinen flüssigen Essig bei der Hand har, oder haben kann, in der Geschwin­digkeit sich Essig zu bereiten. Es dienen aber die Essigpulver zum Theil auch dazu, daß man damit Essig aus allerlei dien- liehen Materien anstelle», und ihn ge­schwinder zu seiner höchsten Schärfe brin­gen könne. Die bekanntesten Essigpul­ver sind folgende:

a) Auf Reisen nimmt man von dem unter No. 4 -d.schriebenen Weinsteinpnl» ver eine gute Quantität in einem Zncker- giäschen zu sich, welches , um dessen Zer­brechen zu verhüten, in ein hölzernes Futteral eingefasser, und mit Baum­wolle neben herum ausgefüllerwird. Von diesem ungesäuerten Weinsteinpulver wirft man nachmals, so oft man Es­sig verlanget, nach Beschaffenheit der Gröse eines Glases 2. z oder4 gute Mes­serspitzen voll hinein, wenn es mit Wein onge füllet worden, wodurch der Wein alsbald angesäuret wird, daß er einen ziemlich guten Essig so fort abgeben kann.

b) Nehmer von einem noch warmen Brodte die Krume (Brosam) nach ab- geschnittener Rinde, leget sie in scharfen Weinessig, laßt sie wieder trocknen, und wiederholet solches an die drei bis vier­mal. Von diesem gedörrten Brodte le­

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