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Vom Efsigmachm.
(Beschluß.)
Sonst kann man auch den Schaum, welcher beim Honigsieden entsteht, zu einem guten Essig machen, wenn man auf solchen abgesammelten Schaum so viel Wasser gießt, daß es wie eine iüße Bierkalteschale schmecket. Man laßt es auf- jiieden, g;eßt es hierauf durch Leinewand in Flaschen, zugleich etwas Weinessig dazu , und laßt es an einem warmen Ort auf ein Vierteljahr zugedeckt stehen.
Wenn man reinen guten Honig mit Wasser verdünnen, und zu Essig an setzen will, so kann man nach vorhergehenden Vorschriften gleichfalls verfahren.
6) Zukkeressig.
Man nimmt auf i Pfund Zucker 8 Pfund Regenwasser, thut es in ein eichenes Gefäß , tröpfelt 40 bis 50 Tropfen Vitriolspiritus, und eben so viel Weinsteinspiritus hinzu, bringt daö Gefäß in eine warme Stube hinter den Ofen, da er denn anfängt sehr zu stinken; hierauf wird er zu Wasser, endlich aber, wenn er immer in gleicher Wärme bleibt, wird der schärfste Essig davon.
7) R 0 se n e ss i g.
Nimm 2 Pfund rorhe oder weisse, oder auch wilde Rosen, weiche sie (nämlich die abgeznpfken Blatter) 24(grum treu in 8 Pfund des schärfsten Weinessigs ein, destillire sie hierauf durch eiyen gläsernen Kolben im Sande, und laß die Destillation so lange gehen, bis die Rosen fast trocken aufdem Boden liegen bleiben Zu diesem destillieren Essig thue frische rothe Rosen, wenn ihre Vlüth- zeit ist, äusser derselben aber ein Viertelpfund trockene, lasse sie in dem Essige einige Tage beizen, bis die höchste Rö-
the herausgekommen, und wenn der Essig durch ein Löschpapier gelaufen, so verwahre ihn zum nöthigen Gebrauch. Nach eben dieser Vorschrift kann man auch aus andern Kräutern, Blumen und Früchten ebenfalls einen guten Essig bereiten.
8) Essigpu lver.
Unter Essigpulver versteht man verschiedene, mit einer starken Säure versehene trockene und gröstentheils zu Pulver geriebene, oder zerstossene Materien, welche sich lange Zeit bequem aufbewahren und umherführen lassen, um, da man keinen flüssigen Essig bei der Hand har, oder haben kann, in der Geschwindigkeit sich Essig zu bereiten. Es dienen aber die Essigpulver zum Theil auch dazu, daß man damit Essig aus allerlei dien- liehen Materien anstelle», und ihn geschwinder zu seiner höchsten Schärfe bringen könne. Die bekanntesten Essigpulver sind folgende:
a) Auf Reisen nimmt man von dem unter No. 4 -d.schriebenen Weinsteinpnl» ver eine gute Quantität in einem Zncker- giäschen zu sich, welches , um dessen Zerbrechen zu verhüten, in ein hölzernes Futteral eingefasser, und mit Baumwolle neben herum ausgefüllerwird. Von diesem ungesäuerten Weinsteinpulver wirft man nachmals, so oft man Essig verlanget, nach Beschaffenheit der Gröse eines Glases 2. z oder4 gute Messerspitzen voll hinein, wenn es mit Wein onge füllet worden, wodurch der Wein alsbald angesäuret wird, daß er einen ziemlich guten Essig so fort abgeben kann.
b) Nehmer von einem noch warmen Brodte die Krume (Brosam) nach ab- geschnittener Rinde, leget sie in scharfen Weinessig, laßt sie wieder trocknen, und wiederholet solches an die drei bis viermal. Von diesem gedörrten Brodte le
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