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3igeun.tr, Zingari.
Seit Jahrhunderten har sich in Teutsch- land eine Volksclasse des Auslandes ein- geschlichen, welche eine unabhängige wandernde Lebensart führt, sich durch Arzneien, Wahrsagereien aus Hand und den Caffeetassen, Musik, Tanze rc. etwas zu verdienen sucht, und jede Civi- lisirnng verschmäht. Sie sind unter dem Namen Zigeuner bekannt, und es haben sich in den meisten Landern Vagabunden und andres lüderliches Gesindel aus Christen und Juden zu ihren Banden geschlagen, daher in manchen Landern die strengsten Verordnungen gegen ihren Auffenthalt gegeben sind. Man trifft sie in Spanien , wo igoi. um Sevilla 12000 an einer Pestartigen Epidemie starben, in Tentschland, in Temes- war, Ungarn, Siebenbürgen, Pohlen, Litbauen, Curland, Schweden, England, der Bucharei, u. s. w. an. Sie kleiden sich fast immer nach der Art der Einwohner des Landes, in welchem sie sich aufhalten, und zwar gerne prächtig, reden die Landessprache, aberdaneben auch ihre eigene, bekennen sich auch wohl zu der herrschenden Religion des Landes, und man schäzt ihre Zahl in Europa auf 7 bis 800-,000.
Hr. Professor Grellmann in Göttingen hat uns zuerst merkwürdige Untersuchungen über sie geliefert. Göttingen 1787. Auch findet man viele Berichte von den verschiedenen Arten der Zigeuner in HacquetS neuesten physica- lischen und politlschen Reisen Nürnberg i7y0.lt 1791. Von den in der Bucha- rei wohnenden findet man Nachricht in Falks Beitragen zur topographischen Kenntnis des russischen Reiches. Perers- hmg I7d5.11. 1786, S.458, uud von
den Zigeunern in Schwaben bandelt in einem besondern Anhang, Schöll in fti- uem musterhaften Abriß des Jauner - und Vetllerweseus in Schwaben. Ctutt- gard 1793. Besonder Mühe sie zu ci- vilistren, gab sich Joseph II. Er ließ sie unter dem Namen Nenbanater in dem Temeswarer Bannat an bauen, und (£nü feiini liefert von diesen, in seinem Verfisch einer politischen und natürlichen Geschichte des Temeswarer Banates. Wien 1780. S. 197. ausführliche Nachrichten, (Fortsezzung folgt.)
Bekanntmachungen.
1) Die Erben des im Jahr 1777. zu Ziegenhain verstorbenen Renthmeistec Ronstorf sind willens, folgende solchen erb - und eigenthümlich zustehende Grundstücke, als
1) ein in der Vestung Ziegenhain zwischen des gewesenen Kasten - Provi- foris Mays Ehefrau, uud dem Ban- dermeister Litember gelegenes, von Elnquarrirung, Wachten, Fußgan- gen , und allen ganz freies Wohnhaus, samt dem Hinterhaus, Hof, Stallung, zweier kleinen Gürtens am Hause, denen zum Haufe gehörigen vier Schaar Stücken, und denen auf der Viehweide gelegenen Psiantzen-Orten.
2) Einen Garten am Steinwege vor Ziegenhain, der zwischen dem Gäßchen so auf die Ring-Wiesen stößt, und dem von Meyseubugischen Garten gelegen, 2 3/4 Acker 24 Ruthen hält , worinnen ein geräumiges Gartenhaus, und Fischteich angelegt ist, uud wovon in die Ziegenhainer Lichl-Cämmerey jährlich zwey Pfund


