Ausgabe 
17.1.1801
 
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Vorbereitung des leinenen Garns und Tuches zum Bleichen.

Vielleicht ist in keinem Lande so viel über Saat, Gewinnung, Zubereitung und Verarbeitung des Flachses geschrie­ben und gethan worden, als in Teutsch- Land. Wiegand, Lüder, Geiffarfh, Stoirner, Bloy, Lehmann, Herr­mann, Marperger, Halle, Gchreber, Biallon, Mitterpacher, Troll, haben besondre Abhandlungen vom Flachsbau geliefert. Eine Menge andrer sind ohne Namen ihrer Verfasser erschienen. ' v. Iusti, Schreber, Riem, Neuenhahn u. a. m. haben den Flachsbau in ver­mischten Schriften gelehrt, u. /ast zahllos jsinddieAbKandlungen überdenFlachsbau, welche in ökonomischen Nachrichten, Be­merkungen, Beschäftigungen, nüzlichen Sammlungen, Magazinen, Museen, Wochenblättern, Auszügen, Bebenken, Schriften, ökonomischen Gesellschaften u. dgl. erschienen sind. Jung und Güt­lich haben besondre Anweisungen: den Flachs schon vor dem Spinnen zu ver­edeln, mitgetheilt. Trefurd, Schröder, Sedelmaierin, haben zweispurige Spinn­räder erfunden, die allgemein emgeführt werden sollten, und für das feinste Ge- spinnst ist das Dresdner Batristrad das beste.

So fehlte uns also nichts mehr, als eine gründliche Anweisung, leinenes Garn und Tuch zur Bleiche, nach einer guten Methode einzubauchen (beuchen, lauchen, bücken), vorzubereiten. Jzt ist auch dieser Wunsch von dem H. Berg- commissair westrumb erfüllt worden, und ich will hier das Wesentlichste seiner Anleitung mittheilen.

Um Garn, Tuch u. d. von seiner na­türlichen, eigenthümlichen Farbe zu be­freien, muß man die Waare

a) in Wasser einweichen, um den durch Spinnen, Schlicht u. d. ver­ursachten Schmutz und die leicht be­weglichen Farbstoffe wegzuschaffen, und zum Einbauchen geschickter zu machen.

b) Einbauchen, d. i. in einer Lauge einweichen , um den fester,, Farbstoff theils wegzubringen, theils beweg­lich zu machen.

c) Bleichen der Sonne und LuftauS- setzen, und mit Wasser dabei be­sprengen.

Unsre Laugen bereiten wir auS Asche, welche aber nicht scharf genug ist, stär­ker werden sie von Polt- und Waidasche« Sezt man der Lauge gebrannten Kalk zu; so wird sie scharfer, indem er ihr Kohlensäure entzieht, die sich an den Kalk legt, wodurch dieser mild oder roher Kalk wird. Die Schärfe der Lauge hängt also von der Menge der äzenden kalischen Salze ab, welches manBüksalz nennt, weil es der wesentlichste Theil einer gu­ten Bauch - oder Büklauge ist. Ferner; je klarer und farbenloser die Lauge ist, um so' besser reinigt sie das Garn und Tuch, je trüber und gelber sie ist, desto weniger taugt sie zum Bauchen: denn sie entfärbt nicht nur schlecht, sondern giebk sogar der Waare eine gelbliche Farbe, die sich schwer wieder wegbrin­gen läst. Ganz rein erbälr man sie auS gut calcinirrer Pvjtasche, oder aus voll­kommen durchgebrannter Pstanzenasche, und gebranntem Kack Man nehme also stets reine, möglichst ungefärbte Asche und schärfe sie mit Ralk.

Das Wasser muss rein, weich, klar, ohne Geruch und Geschmack sinn. Das reinste ist Negenwasser, noch reiner ist

Schnee-