Ausgabe 
29.11.1800
 
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Bohlenbälle.

2ftt dem Aufsatz von den Mistbeeten ist der Kohlenballe Erwähnung geschehen. Ich will als» hier beschreiben, was sie find, und wie sie gemacht und benuzt werden.

(S)Mf Rumford sagt in seirren Schrift ren I. 456. Ich habe mich oft gewun­dert , daß man nicht darauf gedacht haft die Feuerung in offenen Kaminen elegan­ter Zimmer dadurch zu verbessern, daß man den Steinkohlen eine gewisse Zube­reitung gäbe» Denn nichts kann in der That "schmutziger, uneleganter und wi­driger seyn, als ein gewöhnliches Skein- kohlenfeuer. Kugeln von der Grose ei­nes Ganseeies von zerkleintenHolz-und Steinkohlen ( Kshlenklein,) mir nassem Lehmen in gehörigem Verhältnis ge­mischt , und wohl getrokner, würden eine weit reinlichere und in feder Rück­sicht angenehmere Feuerung'geben, als die blosen rohen Steinkohlen, und ich glaube auch, daß sie nicht mehr kosten würden. In Flandern, so wie in meh­reren Gegenden von Teutschland , be,on- ders in den Herzogthümern Jülich und Berg, wo man nichts anders alsStein- ' kohlen brennt, werden sie zur Feuerung so zubereitet, daß man sie klein stößt, mir einer bestimmten Menge Lehmen und Wasser einknetet, und so wie die Lobku- chen der Garber formet, hermach trokuet, und an einem troknen Ort zumGebranch aufllebt Die, Erfahrung hat gelehrt, daß die geringen Kosten dieser Zuberei­tung reichlich durch die Verbesserung des Brenn-Materials selbst ersetzt werden; denn die auf solche Art mit Lehmen ge­mischten Kohlen brennen nicht allein lan­ger als roh, sondern geben auch eine grö- sere Hitze. Es wixd vielleicht Manchem auf den ersten Anblick sonderbar vorkom- Men, daß eine gewisse Menge Steinkoh­

len mit Lehm gemischt , der doch ein un­verbrennlicher Körper ist, einen grösern Grad von Hitze geben soll, als wenn man sie roh verbrennt. Ich denke aber, diese Erscheinung wird sich völlig genugthuend auf folgende Art erklären lassen.

Die Hitze , welche sich bei der Ver­brennung in jedem Theilchen der Stein­kohlen erzeugt, ist von zweierlei sehr ver­schiedener Art, nämlich i) diejenige Hitze, welche verbunden mit Flamme und Rauch vom Feuer aufsteigt, und wenn man kein Mittel hak, sie aufzuhalten , sogleich durch den Schornstein entflieht, undver- tohren geht; und 2) die strahlende Hitze oder Glut, welche das Feuer in allen Richtungen in geraden Linien von sich giebt. Ich halte es aber für einen ganz vernünftigen Schluß, daß die von allen Seiten mit Feuer umgebenen Theilchen des Lehms, einen Theil der sogenannten verbundenen Hitze aufhalten, nicht so keichr entfliehen lasten, und sie, wenn der Lehmganz rvtb glüht, in strahlende Hitze oder Glut verwandeln, welche man bes­ser dirigiren und benutzen kann.

(Fortsezzung folgt.)

Bebanntmacbungeu. .

1) Nach deine der Burger und Ku­pferschmied Christoph Kvbelt dahier zu Butzbach, eine solche Schnldenlast con- trahiret hat, daß sein Vermögen zu de­ren Zahlung bei Weitem nicht anreichet, dahero von Hochfürsil» Regierung zu Gie­sen der Concurspro^ erkannt, und sol­chen zu eröffnen befohlen worden ist; so werden dessen sämtliche fowvl be­kannte als unbekannte Gläubiger hiermit öffentlich vorgeladen, Donner­stag den FkenJan. igoi. Vormittags 9 Uhr vor hiesig Fürst!. Amte, entweder in eigener Person, oder durch genugsam Bevollmächtigte zu erscheinen, ihre For- veruu-