— ) I7S l —
Bohlenbälle.
2ftt dem Aufsatz von den Mistbeeten ist der Kohlenballe Erwähnung geschehen. Ich will als» hier beschreiben, was sie find, und wie sie gemacht und benuzt werden.
(S)Mf Rumford sagt in seirren Schrift ren I. 456. Ich habe mich oft gewundert , daß man nicht darauf gedacht haft die Feuerung in offenen Kaminen eleganter Zimmer dadurch zu verbessern, daß man den Steinkohlen eine gewisse Zubereitung gäbe» Denn nichts kann in der That "schmutziger, uneleganter und widriger seyn, als ein gewöhnliches Skein- kohlenfeuer. Kugeln von der Grose eines Ganseeies von zerkleintenHolz-und Steinkohlen ( Kshlenklein,) mir nassem Lehmen in gehörigem Verhältnis gemischt , und wohl getrokner, würden eine weit reinlichere und in feder Rücksicht angenehmere Feuerung'geben, als die blosen rohen Steinkohlen, und ich glaube auch, daß sie nicht mehr kosten würden. In Flandern, so wie in mehreren Gegenden von Teutschland , be,on- ders in den Herzogthümern Jülich und Berg, wo man nichts anders alsStein- ' kohlen brennt, werden sie zur Feuerung so zubereitet, daß man sie klein stößt, mir einer bestimmten Menge Lehmen und Wasser einknetet, und so wie die Lobku- chen der Garber formet, hermach trokuet, und an einem troknen Ort zumGebranch aufllebt Die, Erfahrung hat gelehrt, daß die geringen Kosten dieser Zubereitung reichlich durch die Verbesserung des Brenn-Materials selbst ersetzt werden; denn die auf solche Art mit Lehmen gemischten Kohlen brennen nicht allein langer als roh, sondern geben auch eine grö- sere Hitze. Es wixd vielleicht Manchem auf den ersten Anblick sonderbar vorkom- Men, daß eine gewisse Menge Steinkoh
len mit Lehm gemischt , der doch ein unverbrennlicher Körper ist, einen grösern Grad von Hitze geben soll, als wenn man sie roh verbrennt. Ich denke aber, diese Erscheinung wird sich völlig genugthuend auf folgende Art erklären lassen.
Die Hitze , welche sich bei der Verbrennung in jedem Theilchen der Steinkohlen erzeugt, ist von zweierlei sehr verschiedener Art, nämlich i) diejenige Hitze, welche verbunden mit Flamme und Rauch vom Feuer aufsteigt, und wenn man kein Mittel hak, sie aufzuhalten , sogleich durch den Schornstein entflieht, undver- tohren geht; und 2) die strahlende Hitze oder Glut, welche das Feuer in allen Richtungen in geraden Linien von sich giebt. Ich halte es aber für einen ganz vernünftigen Schluß, daß die von allen Seiten mit Feuer umgebenen Theilchen des Lehms, einen Theil der sogenannten verbundenen Hitze aufhalten, nicht so keichr entfliehen lasten, und sie, wenn der Lehmganz rvtb glüht, in strahlende Hitze oder Glut verwandeln, welche man besser dirigiren und benutzen kann.
(Fortsezzung folgt.)
Bebanntmacbungeu. .
1) Nach deine der Burger und Kupferschmied Christoph Kvbelt dahier zu Butzbach, eine solche Schnldenlast con- trahiret hat, daß sein Vermögen zu deren Zahlung bei Weitem nicht anreichet, dahero von Hochfürsil» Regierung zu Giesen der Concurspro^eß erkannt, und solchen zu eröffnen befohlen worden ist; so werden dessen sämtliche — fowvl bekannte als unbekannte — Gläubiger hiermit öffentlich vorgeladen, Donnerstag den FkenJan. igoi. Vormittags 9 Uhr vor hiesig Fürst!. Amte, entweder in eigener Person, oder durch genugsam Bevollmächtigte zu erscheinen, ihre For- veruu-


