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Erziehung her Garten/Sämereien.

Um von jedem Gartengewächs den heften" Saamen zu erziehen, müssen die- jeuigen Pflanzen, welche man zum Saa- mentragen aussucht, sowohl ihrer Güre, als ihrem Wachsthum nach, die schön­sten und besten seyn. Um Ausartung zu verhüten , muß man nie Pflanzen, welche Arten oder Abarten derselben Gattung sind, neben oder unter einander setzen. Ja der Saame verliehrt sogar an Güte, wenn gute und schlechte Pflanzen ein und eben derselben Art, beim Blühen bei« sammen stehen. Ferner lieben alle Saa- menpflanzen eine sonnige Lage, beson­ders die spat reifenden Arten. Zn ei­nem magern Lande treiben sie zu wenig Stengels und in einem zu fetten Boden lururiren sie. Manche müssen zu Haus überwintert werden. Diese müssen nicht nur in der Winterung sorgfältig verwahrt, sondern auch hernach in ein solches Land gesezt werden, welches ihnen am ange­sessensten ist. Da müssen sie in der ge- chörigen Entfernung von einander stehen, und auf den Stauden selbst muß der Saame den schicklichsten Grad der Reife erlangen : denn er soll zwar reif, aber nicht überreif seyn, und bei Gartenge­wächsen reift der Saame auf einer und eben derselben Pflanze nicht alle zu glei­cher Zeit, ja manchen muß man zu Haus rrachreifen lassen.

Die einzeln abgeschnittenen reifen Saamenstengel bringt man bei trockner Witterung nach Haus, und hängt sie in Büscheln an die Luft. Ist Alles wohl trocken geworden, so hebt man den Saa- inen entweder in seinen Kapseln und Scho­ren auf, oder man reibt, drischt, klopft ihn aus. Den ausgemachten Saamen reinigt man von der Spreu, die weichern Arten, welche bei feuchter Witterung

leicht anziehen, macht man bei warmer trockner Witterung, oder bei Frosiweltcr aus, und legt sie ein paar Aage vor dem Ausbewahreu an die Sonne.

Grose Saamen legt man in Kästen, deren Seitenbretter viele Locher haben. Solche Kästen muß man aber nicht zu­decken. , Kleine und ausgemachte Säme­reien hangt^man in leinenen Beuteln auf. Auf jedes Saamenbehaltnis schreibt man den Namen des darinn enthaltenen Saa- mens.

Die Saamenkammer muß sicher vor Vögeln seyn, von Mäusen und Rauch rein gehalten werden, am besten gegen Süden liegen, und oft frische Lust er­halten.

Eine notige Erinnerung wegen der Luhpockm.

, Es sind bei einigen Kindern, welche mit Kuhpocken geimpft wurden, natür­liche Blattern ausgebrochen; auch hat bei manchen eine zwei- auch dreimal wiederholte Impfung nicht haften wol­len. Hierdurch könnte allerdings die Verbreitung dieser guten Sache gebindert werden, besonders da sich hier und da Zweifler finden, die sich ein Vergnügen daraus machen, selbst die Warheir zu verdrehen. Ich finde also folgende we­nigen Bemerkungen nothweudig, die sich auf Erfahrung gründen :

a) Die Kubpocken - Impflinge sind ge­gen die Ansteckung der natürlichen Blat­tern dann erst gesichert, wann sie ein kleines Fieber, den 4ten, 7ten, oder yten Tag gehabt haben, und die Impfpustel mit einem großen, rothen und harten Ring umgeben ist. Sie können also, ss lange diese Zeichen nicht eingetretten sind, auf Sicherheit gegen Ansteckung nicht trauen»

b) Die