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Verfeinerung
-es Flachses vor dem Spinnen..
Man hat dreierlei Methoden bett Flachs vor dem Spinnen zu veredeln.
a) Die erste ist diejenige, welche bet Verdienstvolle Hr. Hofrath und Professor Jung zn Marburg, in feinem sch az- baren Lehrbuch der Fabrikwissenschaft, nach der Angabe eines Studenten aus Eichstädt, in welcher Gegend diese Methode üblich ist, bekannt gemacht hat. Man macht eine starke Bnklauge, nimmt dann auf i Pfund Flachs für 3 Fr. ve- netianische Seife, für 2 fr. Tannenharz, für 2 kr. Glasgalle, für 2 fr. Weiswurz Sigillum Salcmonis pharm. und 2 Handvoll Küchen falz. Die Species werden zerschnitten, vermischt, gröblich pulve- risirt und in die Lauge gcthan. Der gehechelte Flachs'wird auf kleine runde Stöcke gewickelt, um das Verwirren zu verhüten, doch nicht zu dick und dicht auf einander, damit ihn die Lauge durchdringen kann. So legt man ihn in die Lauge, und last ihn 48 Stunden beitzen. Anfänglich kann die Lauge etwas sieden, hernach aber ist es genug, wenn ste nur heiß bleibt. Darauf spült man die Hölzer in kaltem Wasser ab, wackelt den Flachs ab, und legt ihn 6Tage lang auf die Bleiche, wo er begossen wird, wenn er trocken ist, dann bringt man ihn wieder aufdie Holzer, beizt ihn abermals, und wascht ihn dann aus, und käst ihn trocknen. Erwirb sehr fein und seidenartig.
' b). Die andere Methode rührt von Hrn. Wülich her. Man hat dazu nö- thig t Kessel, 1 Langzuber, der 6 Kessel faßt, einen andern Zuber, i Unter- fazzüberchen, und i Schöpfeimer.
Man stegt den Flachs Bund - oder Handvottweise, aber nicht fest, sondern
locker gebunden, in den Zuber. Ist eine Lage gemacht, so legt mau die andere gueer über darauf, und fahrt so fort, bis der Zuber voll ist, doch so dasseine Hand hoch leerer Raum bleibt. Hierauf füllt man den Zuber mit kaltem Wasser bis oben an, und beschwert den Flachs. Nach 2g Stunden last man dieses Wasser ab, und- gieset Kleienwaffer darüber. Auf ein Pfund Flachs rechnet man 2 Handvoll Weitzenkleie, die man in einen befondern Zuber, von der Gröse des Langzubers, wirft. Dann macht man Wasser in dem Kessel beiß, und gieset es auf die Kleie, und rührt das Gemisch um. Dies wiederholt man sooft, bis man genug Kleienwassr hat. Wahrend dieses noch h.eis ist , rührt man weise Bierhefe, so viele kleine Trinkgläser als Pfunde Flachs, darunter In Ermanglung der Hefe nimmt man aufjedes Pf. Flachs eine kleine Handvoll Kochsalz. Hat sich die Kleie gefezr, so muß die Brühe hell, rmlchweis seyn, und sich seifenartig ausühlen. Dann macht man einen Kessel dieser Hellen Brüse heiß, «rieset ihn über den Flachs in den Laugzu- ber, bis er abermals voll, und mit Kleieu- wasscr bedeckt ist. Alsdann last man in den Unter azzuber , der den Gehalt des Kessels hat. so viel als zur Füllung de6 Kessels nöibig ist, ab , macht es siedend, giest es neuerdings über den Flachs, und führt so mit dein Kleienwasser 2 Stunden lang fort zu brauchen. Dann sicht . bie Brühe ziemlich gelb und unrein aus.
Man last sie also ab , und bükt nun den Flachs in einer Kalklange Auf 1 Pf. Flachs rechnet man 1/4 Pf. Kalk, her frisch gebrannt ist, schüttet so viel Wasser darauf als nöthig ist, genua klares K.'lkwasser übrig zu behalten. Hat sich der Kalk gesezt, so zieht man das klare Wasser, pbne dw Haut mit zu nehmen, ab, sezt io Pf. Pottasche hinzu, macht
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