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Die Akkerwerre.
Da sich die Ackerwerre ans einige« Lenachbarten Dorf-Fluren dieses Jahr so häufig sehen last, daß ganze Stellen in den Aeckern unfruchtbar stehen; so will ich jene Landwirthe darauf aufmerksam machen, um wo möglich ihrer Vermehrung entgegen zu arbeiten. Auf den hiesigen Fluren ist sie mir ein einzigesmal auf einer Wiese vorgekommen.
Sie hat auch folgende Namen: Erv- krebs, LNolvwolf, Goldwolf, Gersten- wurm, Maulwurfsgrille, Wiesenwerre , Rietwurm, Reuewurm, Schrotwurm, Rietkrebs, Ackerwerbel, lat. Grylius gryllotulpa Lin. Acheta gryllo- talpa Fahr. fr<m$. Taits.Taapettes. Bei ihrer Beschreibung halte ich mich nicht auf, denn der Landmann kennt sie nun schon, Sie ist in manchen Gegenden eine wahre Landplage, wie z. E. bei Wißba- den, wo vermurhlich die unterirrdische Loitze sehr viel zum Gedeihen der Brut, und folglich zu ihrer Vermehrung beitragt. Es ist bekannt, daß man sie in Zuckergläsern mir feuchter Erde, bei flei- siger Fütterung mir Küchenkräutern, vorzüglich aber mit Lattich, einige Jahre erhalten, und ihre merkwürdige Oeko- nomie beobachten kann. Es ist ein sonderbar gebautes Thier aus der Classe die Ll'nn- Hemiptera nennt. Sie haben 4 Flügel. Die 2 Flügel sind gefaltet, laufen spitz zu, und laufen über den Hinterleib hervor. Die Flügeldecken sind haarig, kurz, liegen gekreuzt über einander, und gehen nur bis zur Hälfte des Hinterleibes. Sie gehört unter unsre grösten Jnsecten, und wüste man nicht zuverlässig, daß sie fliegen könnte; so würde man es kaum glauben. Denn man hält ihre Flügel kaum für Flügel. Breitet man sie aber aus; so sind sie breiter als das ganze Thier lang ist. Vier kurze
dicke Fühlspitzen ( äusser 2 langen Fühlhörnern) schützen seinen. Kopf beim Einfahren in die Erde. Seine Augen sind facetlirte Halbkugeln. In derselben Linie haben sie noch z kleine glatte glänzendschwarze Augen, wieCorallen. Mit diesen sehen sie in die Ferne, mit den beiden andern in die Nahe.
(Fortsezzung folgt.)
Bekanntmachungen.
1) Nachdem der Verbreiter der km Winter und Frühjahr vorigen Jahres im hiesigen Publico gegen Sophia, des verstorbenen Fürstl. Waldeckischen Regie- rnngsraths Fechs Tochter und andere Personen erschienene Schmähschriften, welcher aus einer honetten Familie ist, und ohne öffentliche Bedienung lebt, sich vor Gericht genannt — und deren Inhalt als Unwahrheit widerrufen — da- bey seine begangene Schandthaten bereuet — und gedachte Sophia Fech und andere dadurch beleidigte Personen um Verzeihung gebeten har; so wird solches auf Verlangen von Regierungswegen hiermit bekannt gemacht. Giessen den 24ten Mai igoo.
Fürstl. Hessische Regierung das.
2) Zu Fronhausen an der Lahn in der schönsten und fruchtbarsten Gegend Oberhessens steht ein kleines Gut, auf welchem die gewöhnlichen Herrn- und Dvrfsbtschwerden hassten „ aus freyer Hand zu verkaufen, es hat neue modern eingerichtete Wohn- und ökonomische Gebäude, und neben dem Gemeinds- Nutzen circa 8 Morgen Land, Wiesen und Garten, wovon einer der letzter» mir MistSpargel und Blumenbeeten versehen ist. Hofmid Gebäude sind ge- rfoia


