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Nüzliche Verbesserung unsrer Mistbeete.
Verfolg.
Ich gehe nun zu der vorzuschlagens den Verbesserung über.
Daß unsre Mistbeete fast unentbehrlich, und doch kostbar sind, weiß jeder, der welche anlegt. Die Kasten leiden über lang oder kurz Schaden. Die Fenster werden am ersten ruinirt. Die aufsteigenden warmen Dünste, die Wirkung der Sonnenstrahlen und Witterung von Aussen, machen daß die Scheiben bald anfangen abzusterben, und daß das Holz stockig wird. Zudem sind die Fenster in einer solchen Lage besonders dem Zerbrechen ausgesezt, wozu bisweilen Hunde und Katzen mehr beitragen, als man glauben sollte. Es giebt also alle Jahre Reparaturen. Aber diese Mistbeete sind auch sehr mühsam. Im Frühjahr muß man sie zusammenschlagen und anlegen. Das Aufheben der Fenster ist beschwerlich, und nicht selten für die Pflanzen nachtheilig. Das Lüften, welches doch so nöthig ist, geht selten ohne Nachtheil für einige Pflanzen ab. Das Arbeiten in den Mistbeeten, ist. wegen der gezwungenen Lage des Körpers, beschwerlich. Im Sommer muß man sie wieder wegnehmen, die Kästen auseinander schlagen und reinigen, die Fenster abnehmen und reinigen, Kasten und Fenster aufbewahren. Neue Mühe und Arbeit, die selten ohne einigen Verlust abgeht.
Am besten wäre es also: stehende Mistbeete von Mauerwerk aufzurichten. Selten wird man einen Garten finden, wo nicht schon eine Rückenmaner da wäre, die gegen Süden liegt, es mag ilnti die Mauer eine Garten- Haus- pder Scheuernmauer seyn. In einer sol
chen Lage bedarf es also nur zweier Seitenmauern. Die Mauern köuneu 9 Fus hoch, die Seitenmaucrn 8 F. breit seyn Das Dach besteht aus Brettern, die mit Stroh überdeckt werben, und 2—z Luftröhren erhalten , die man öf- nen oder verschliefen kann. Das Dach kann hinten an Haspen beweglich seyn, um es zu öfnen , wenn man die warmen Regen benutzen will. An der Westseite ist die Thüre zum Eingang. Die innere besteht aus einer auf Rahmen qenagel- ten Leinewand, durch welche frische Luft,, wenn und so lange man deren bedarf, hin- einströmt. Vorne ist ein kleines 4 Zoll hohes Mauerwerk mit Säulen. Auf diesem und zwischen den Säulen sind die Fenster eingemacht, und zwar senkrecht, nicht wie an vielen Gewächshäusern schief oder gelehnt.
Für den Mist wird eine Grube gegraben, und man kann 3 —4 Wochen alte Lohe dazwischen legen. Auch ganz um die Mauer herum kann man trokne Lohe legen, wenn man fürchtete, daß das Mauerwerk kalte. Hinten an der Rückmauer, kann die Erde 11/2 F. höher als forne liegen, und in der Mitte bleibt ein schmaler Pfad.
Diese Mistbeete ftub also eine Art Treibhaus. Sie bleiben beständig stehen, Hunde und Katzen können nicht auf die Fenster springen. Durch die Röhren des Daches kann man den Dünsten freien Abzug verschaffen, durch die leinene Thüre den Pflanzen ohne Nachtheil frische Luft geben. Die Arbeiten sind weit bequemer. Man hat keinen Schaden an den Fenstern zu befürchten, und die jährlichen Reparaturen fallen weg.
Bemittelte Gartenbesitzer, welche auch im Winter hier Gewächse ziehen wollen, legen solche Mistbeete am besten gegen


