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• Etwas von den Frostableitern.
Verfolg. '
ZfehnUcher Mittel erwähnt 'etwas spater I. B. von Rohr in seinem 1719. zu Leipzig bei Martini verlegten ttöthi- gen und nüzlichen vorra.th von allerhand auserlesenen Contracten. ^Nach ihm soll der Baumgartner die Stamme, welche zeitig gepfropft worden, aufbinden und Nachsehen, ob etwas dabei mangele, oder ob sie ausschlagen, sodann sie reinigen und wieder fest zubinden diejenigen Baume, die es vertragen können^ zurrechten Zeit wassern, d. i. kleine Gräblein rings umher machen, damit davon der Saft und die Feuchtigkeit zu den Wurzeln eindringen möge; "um die Zungen Bäume, da sie Knospen haben, die izt aufbrechen wollen, vor dem Reif zu vefwahren , muß <r mit- Wasser angefüllte Geschirres an 2 oder auch wohl an alle 4Seiten setzen, oder 6 Zoll vom Stamm hinweg ein Gräblein herum machen, und solches gegen Nacht mit Wasser füllen.
Nack) dem Retth der neuesten Garten-Schriftsteller, unter denen besonders Christ die Ableiter wieder sehr empfohlen hat, bedürfen ihrer hauptsächlich die früh treibenden Steinobstarten, Aprikosen, Pfirschen, Mandelbäume, als welche, besonders wenn sie so stehen, daß die Sonne früh im Jahr auf sie wirken kann, von Spät- oder Früh- lingsfrösteu, öfters gar hart mitgenommen, und in Blüthe fast ganz vernichtet werden, wie dieses auch in diesem Frühjahr geschehen ist.
Um sie dagegen zu schützen, läst man ein um die Spitze des blühenden Bau- mes . geknüpftes Strohfeil, bis an die Mitke des Stammes herab hängen, wo man es in ein andres um den Stamm ge
schlungenes Strohseik steckt, dessen Ende in einem, einige Schritte vorn Baum entfernten Oefäs mit Wasser, liegt, und mittelst eines Steirres unter dem Wasser gehalten wird. Man kann die Stroh- seile von mehreren Bäumen, die nicht weit von einander stehen, in ein einziges Gefäs leiten, nur müssen die Gefäse frei stehen, und nicht von den Aesten bedett seyn.
, Der H. Graf Harrsch hat hierüber einen merkwürdigen Versuch angestellt. Er band ein Strohseik an den Zopf des Baumes, undkeitetees, ohnedem Baum damit zu umschlingen, in ein 2 F. tiefes mit Wasser angefülltes Gefäs, welches ausserhalb der Krone des Baumes stund. Er machte He Probe mir einem Pfirsichbaum aus einem Treibhaus, umwand den Baum mit Stroh, und ließ sodann den Ableiter oben anbinden. Er hielt 36 Stunden hindurch 30 Grade Kälte aus, ohne andrer Fröste von 20 — 24 Graden zu erwähnen, dergestalt, daß die Blätter bei dem ersten starken Frost abfielen viele Stamme durch die Kälte ahstarbe,/. Aber der Hauprstamm dieses Baumes blieb immer frisch, und trug noch schiuack- haftere Früchte als die im Treibhaus. Er blieb allhier mit den, Ableiter bis Ende des Aprils. Man muß sich hauptsächlich in Acht nehmen, daß das Wasser nicht ganz zugeftierr, denn sonst tritt -die Kalte in die Spitze zurück, und der Baum ist ohne Rettung verlohren. In den 36Stunden von 30 Grad Kälte, ga- er alle 6 Stunden frisches Wasser, den» es fror auf 1 j/a Fus ein.
' Bekanntmachungen.
■ i VSeit einigen Jahren sind die hiesige Armen-Anstalten theilö während des Kriegs,


