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Nüzliche Verbefftrutt§ unsrer Mistbeete.
Verfolgs
Nun muß aber auch die rechte Zeit den Saamen zu säen, beobachtet werden. Dies darf er st nach xö—12 Sagen geschehen , damit der Saame nicht verbrenne. Erhizt sich das Beete zu stark, so wird es gelüftet. Wo- sich Brandflecken zeigen, wird die brandige Erde herausgenommen, und weggeworfeu. Kann man nun mit der Hand, durch die Erde bis auf den Mist langen, und fühlt man keine Hitze mehr, dann erst kann man mit Sicherheit die Saat vornehmen. Aber es ist eine Hauptsache: grose Hitze in den Mistbeeten abzuhalten, denn der Dampf ist nicht allein den Pflanzen, sondern auch den Fenstern sehr schädlich. Wenn daher die Sonne einige Tage warm scheint, so lüftet man die Fenster ein wenig, mittelst eines Kerbholzes, und sticht da, wo Pflanzen umfallen, Luftlöcher mit einem Pfahl in die Erde. Dabei kann man auch wahrend der ersten und stechendsten Sonnenblicke, Reiser auf die beschwizten Fenster legen, bis sich die Dampfe durch jene Öefnung meist wieder herausgezogen haben. Beim sehr frühen Treiben auf den Mistbeeten, ist erstaunlich viel, am Lustgeben, gelegen. Dieses ist im Marz, noch mehr "aber im April gar keine Kunst: denn da darfman nur die Fenster, und zwar an kühlen rauhen Tagen gegen den Wind öfnen, welches bei der frühesten Treiberei nicht angeht. Da ist eine geschickte Anwendung des Spickens oder Schröpfens das beste, wobei die Fenster, so lang es die Witterung verbietet, sie zu öfnen, meh- reutheils gänzlich verschlossen bleiben können. Je heisser das Beete ist, desto länger bleiben die Fenster offen. Bisweilen verliehren die. frühen Mistbeere
ihre; Hitze, und dann muss nachgehelzt werden. Zu dieser Absicht legt man rings um den Kasten frischen Mist 2 Fus breit. Dieses Nachheitzen ist oft schon nach 14Tagen nöthig. Die Marren dürfen dann auch nur bei Sonnenschein weg- genommen. werden, desgleichen nach einem Regen, damit das Wasser besser ablaufe, und weil nasse Matten kälten, und die Fenster drücken.
Wenn nun die Scheiben unrein werden, leisten die Fenster kaum die halben D-enste mehr. Sie müssen daher mit Bürsten und Schwammen fleisig gereinigt, die Unreinigkeiten von den Marten abgrkehrt, und die Scheiben wenigstens alle Jahre einmal mit Bleiweis und Brannrewein recht rein abgepuzr werden« Warme Regen sind den Mistbeeten gut, man läst sie also scharf davon befeuchten. Hingegen sind ihnen die qrosen Regentropfen an warmen sonnigen Tagen nach- theilig. Das Begiesen ist bei gut angelegten Mistbeeten, wenigstens so lange Fenster darauf liegen, selten nöthig. Mehr offen gelassene Beete trocknen eher auS. Wenn nun die welken Blatter Durst verrathen, begiesetman die Pflanzen des Morgens mit lauem Wasser. Können aber die Fenster offen bleiben, so ist der Abend die beste Zeit zum Begiesen. Wenn man nun die Fenster ganz wegnehmen dürfe, muß jeden Gärtner die Erfahrung lehren.
Mistbeete dürfen nur dünne besäet werden. Fallen die schwächer» Pflanzen um, so zieht man sie aus, damit sie nicht faulen und die gesunden anstecken. Aber man muß auch wissen, welche Pflanzen sich im Wachsthum mit einander vertragen. Denn viele verhalten sich in Ansehung der freien Luft, nicht gleich gegen einander. Melonen vertra- geu


