Ausgabe 
11.10.1800
 
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Nüzliche Verbefftrutt§ unsrer Mist­beete.

Verfolgs

Nun muß aber auch die rechte Zeit den Saamen zu säen, beobachtet werden. Dies darf er st nach12 Sagen ge­schehen , damit der Saame nicht ver­brenne. Erhizt sich das Beete zu stark, so wird es gelüftet. Wo- sich Brand­flecken zeigen, wird die brandige Erde herausgenommen, und weggeworfeu. Kann man nun mit der Hand, durch die Erde bis auf den Mist langen, und fühlt man keine Hitze mehr, dann erst kann man mit Sicherheit die Saat vornehmen. Aber es ist eine Hauptsache: grose Hitze in den Mistbeeten abzuhalten, denn der Dampf ist nicht allein den Pflanzen, son­dern auch den Fenstern sehr schädlich. Wenn daher die Sonne einige Tage warm scheint, so lüftet man die Fenster ein wenig, mittelst eines Kerbholzes, und sticht da, wo Pflanzen umfallen, Luft­löcher mit einem Pfahl in die Erde. Da­bei kann man auch wahrend der ersten und stechendsten Sonnenblicke, Reiser auf die beschwizten Fenster legen, bis sich die Dampfe durch jene Öefnung meist wieder herausgezogen haben. Beim sehr frühen Treiben auf den Mistbeeten, ist erstaunlich viel, am Lustgeben, gelegen. Dieses ist im Marz, noch mehr "aber im April gar keine Kunst: denn da darfman nur die Fenster, und zwar an kühlen rauhen Tagen gegen den Wind öfnen, welches bei der frühesten Treiberei nicht angeht. Da ist eine geschickte Anwen­dung des Spickens oder Schröpfens das beste, wobei die Fenster, so lang es die Witterung verbietet, sie zu öfnen, meh- reutheils gänzlich verschlossen bleiben können. Je heisser das Beete ist, desto länger bleiben die Fenster offen. Bis­weilen verliehren die. frühen Mistbeere

ihre; Hitze, und dann muss nachgehelzt werden. Zu dieser Absicht legt man rings um den Kasten frischen Mist 2 Fus breit. Dieses Nachheitzen ist oft schon nach 14Tagen nöthig. Die Marren dür­fen dann auch nur bei Sonnenschein weg- genommen. werden, desgleichen nach ei­nem Regen, damit das Wasser besser ab­laufe, und weil nasse Matten kälten, und die Fenster drücken.

Wenn nun die Scheiben unrein wer­den, leisten die Fenster kaum die halben D-enste mehr. Sie müssen daher mit Bürsten und Schwammen fleisig gerei­nigt, die Unreinigkeiten von den Marten abgrkehrt, und die Scheiben wenigstens alle Jahre einmal mit Bleiweis und Brannrewein recht rein abgepuzr werden« Warme Regen sind den Mistbeeten gut, man läst sie also scharf davon befeuchten. Hingegen sind ihnen die qrosen Regen­tropfen an warmen sonnigen Tagen nach- theilig. Das Begiesen ist bei gut ange­legten Mistbeeten, wenigstens so lange Fenster darauf liegen, selten nöthig. Mehr offen gelassene Beete trocknen eher auS. Wenn nun die welken Blatter Durst verrathen, begiesetman die Pflan­zen des Morgens mit lauem Wasser. Können aber die Fenster offen bleiben, so ist der Abend die beste Zeit zum Be­giesen. Wenn man nun die Fenster ganz wegnehmen dürfe, muß jeden Gärtner die Erfahrung lehren.

Mistbeete dürfen nur dünne besäet werden. Fallen die schwächer» Pflan­zen um, so zieht man sie aus, damit sie nicht faulen und die gesunden anste­cken. Aber man muß auch wissen, wel­che Pflanzen sich im Wachsthum mit ein­ander vertragen. Denn viele verhalten sich in Ansehung der freien Luft, nicht gleich gegen einander. Melonen vertra- geu