«end Nachrichten- »45
Freylich bleibt Poch dieSchwürigkeitwelchein letzterem Aüfsatz ist be- rühret worden urigchobcn, daß nämlich Vie mehresten mehr angeben roür* Ven , als sie wmkkich brauchen:: wlewohl auch noch dieFragewäre, ob Vie- fts in dem Fall schädlich seyn, unv den Mangel befördere würde.
Aus dem andern Aufsatz welcher uns iss zugefeudet worden, erhesiet ebenfals daß Hessen noch Pattioten hat, welche Gefühl für Hie Nebenmenschen besitzen. Wer nicht Gelegenheit gehabt hak, die einzelne Umstanden derer welche Mangel leieren r zu erfahren , wird glauben es seye figürlich geredet , wenn man von- Hurigersskerbeu spricht. Wann man von Hunger, vom Umkommen aus Hunger höret, macht sich mancher die Vorstellung / das könne nicht ehe geschehen, alS bis einer den andern um ein Stück Brook habe tovk geschlagen,, bis man das Fleisch von den Fingern gefressen , und die Menschen Kaufenweis sehe auf den Straßen liegen. Diese Idee ist irrig- Wir wollen sie mit einer Erfahrung erläutern, welche aus letzterem Kriege genommen ist, dessen Schaven mehr empfunden als deutlich eingesehen wird- Wo zu- Ende des Krieges beyde Armeen bis nach Ldristtag gegnemEer gestanden, wäre alles aufgezeh- rtt Es herrschte aber bey den Mirten und Franzosen die Menschlichkeit,daß die Einwohner der nächsten verwüsteten Dörfern, täglich ihren Unterhalt hatten. Man sprichtö, wenigstens hört man eS oft, daß es im ^rieg barbarisch hergehe. In manchem Betracht mag es wahr seyn. Das muß man aber sagen, daß in dem letzteren alle Theike desselben sich bemühet haben, einander den Vorzug an Menschlichkeit streitig zu machen. Marr theilete täglich den armen Unterthanen Brod und Fleisch aus, und hielte sie eben so wohl als Soldaten selbst, nur mit dem Unterschied, daß sie noch zu diesem Unterhalt hier und da Freyqebiqkeit zu rühmen hatten. Diese bebten vor dem Abmarsch der Armeen , weil sie darinn ihren einzigen Unterhaldfänden. So bald aber dieser erfolgte, so hiese es woher nun Brod in der Wüsten? Die , welche gar kein Geld harren, sich zu helfen, gingen alSbald weiter,um zu betteln. Konten sie aber den Kmdern genugsam nach Haus bringen, da sie weit gehen mußten? Nein sie zogenrhnen an ihrer täglichen Nahrung ab. Welche aber noch Geld hMen, gaben zwar etwas vor Früchte hin, wollten aber doch ihr ganzes Güth nicht auf rmmal verzehren. Wie wäre es anzufangen ? Man aße sich nicht halb satt; aße Brodt von Eicheln gebacken m L m kurz mtn mergelte sich so
daß Krankheit und Todt erfolgte. NitMnbr fiele plötzlich dawider.
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