30 Gr'essische rvöchentlichc gemerttttüMe Anzeigen
Denn er hat in seinem Buch den ganzen Umfang seines Gegenstandes vor Augen gehabt, - einen jeden Theil desselben Dialectischuntersuchet, und nachher das Ganze in seinem vollen Lichte dargestellet, so viel als ihm die Collision ferner eignen natürlichen Gaben , - oder dre tiekste Einsicht m den Wissenschaften verstattet haben, - wobey er zugleich alles zurammm gesammlet, geschmieret, - gebettelt, geborgt, und alles grstohlen, was in den Schulen und Vorhöfen Der Gelehrten jemals Davon geglichen und bestritten worden; so, daß des Slaukenbergo Buch ganz eigentlich mcht allein als ein Modell, - sondern auch als Pandecten und erdenkliche Institutionen von den Nasin kann betrachtet werDrn, welches alles in sich begreifet, was wan nothwendig Davon wissen kann und muß.
Das ist die Ursach, warum ich nichts von den vielen andern (sonst) schätzbaren Büchern und Tractaken sage, welche mein Vater gejammlet hatte, und entweder vorzüglich von den Nasen, oder dey Gelegenheit davon gehandelt haben; - vergleichen emeS ist zum Exempel das ces png- nm/ welches jetzt vor mir auf Dem Tische liegtj: Dieser Mann hat uns imt einer großen Gelehrsamkeit und aus einer lehr ausiichligen und schul» mäßigen Untersuchung von mehr als vier tausend Köosen , welche er m mehr als zwanzig Beinhäusern in Schlesien durchgesuchtt hat , - bek^ , ret daß das Maaß und die Gcstalt des knochlgken Theils der Naseu, in einem jeden Lande, - die krrmmische Larrarey ausgenommen, woselbst sie alle mit dem Daumen niedergedrückt werden, io, daß man kern Urtheil darüber fällen kann, - stärker nut einander iibcreinfmnmen, als die Wclt sich einbildet.-------
Aus dieser Probe kann jeder selbst urtheilen , ob das Buch nach seinem Geschmack seye. In diesem Ton gehet es beständig fort: Wir haben diejenige Stelle ausgezogen, welche eine der kürzesten ist , und un6 merst m die Augen gefallen. Wann man glaubt der Verfasser rede von einer Sache, so gehet er augenblicklich auf eine andere. Eben Dieses Mannigfaltige der Gedanken und das Unerwartete macht das Lesen angenehm. Sollen und müssen einmal Romanen gelesen seyn, so glauben wir, daß diese den wenigsten Schaden anrichten, und in diesem Betracht noch an und für sich den unschuldigen Zeitvertreiben beygezehlct werden könne. Daß sonsten die Romanen, mit welchem Eifer und mit welchem Vorwand sie auch angepriesen werden, vielen Schaden verursachen, ist leicht zu erweisen. Nur kürzlich berühren wir dieses, daß meistens die Laster einen glücklichen
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