Ausgabe 
30.1.1770
 
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ttnd V7achrichrett. 37

Philosophie und besonders Wolfens Gedanken von der besten Welt, die sie lesen, zwingen sie ihre Gemeinden so zu unterrichten, wie sie selbst durch diese M.ttel überzeugt worden. Sie wagen es aber noch nicht, ihre Ab­weichungen von den Dogmatischen Begriffen vor allen ihren Mitbrüdern sehn zu lassen. Es leben noch unkerschiedne Gelehrte von Ansehn hier, die keine Freunde der neuern Philosophie sind. Auf der Universität Grönin­gen ist der einige Professor der Weltweisheit, ein Schüler vom DarieS und der andre ein strenger Anhänger vom Descartes.

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Die in dem zfen Stück dieses Wochenblatts geäuserte Gedanken von der unanständigen Abbildung der allerheiligsten Person, welche die Christen als ihren Erlöser verehren, hat uns einen Brief zugezogen. Wir sind dem Herrn Verfasser für die Aufmerksamkeit, welche er unfern Blat­tern erzeiget, verbunden. Wir würden auch den ganzen Brief hersetzen, wenn wir nicht seiner schoneten. Der Himmel weis, was für fürchterliche Ge­danken ihm bey Durchlesung dieser Zeilen mögen aufgestiegen leyn. Wir können sonst gar nicht begreifen, warum er in einen |o schweren Amtseifer gerathen seyn sollte. Eben so wenig können wir einsehen, daß er diese Worte, welche ihm die ganze Gelegenheitzum Misverstand gegeben, nicht verstanden. Die Lehre von dem Erlöser, ist die größte Wahrheit der Christen. Sie wird aber durch unnütze, ungereimte und zum theil- cherlrche Abbildungen dieser Person, welche die Christenals ihrenEr- lüser verehren , so verächtlich gemacht, daß wenn die Christen unter ,, Heyden wohneten, sie keine größere Beschimpfung ihres Glaubens er- warten könnten, als den, welchen sie ihm selbst zufügen. Unsers Erachtens zielen sie sehr deutlich, auf den goktlostn M-sbrauch , welcher zu Weyhnachtszeiten an vielen Orten in der Christenheit, in Städten und Dörfern herrscht, da man eine Perlon verlarvet, oder andere un­ziemliche Vorstellungen machet. Wir dachten den Klugen seve genug ge­sagt, und wollen mit Fleiß, nicht deutlicher reden. In einer nahmhaften Stadt hiesiger Gegend sollte in der Christnacht unter klingendem Spiel, mit mancherlei) läppssch-m Verzierungen, ein Auszug geschehen. Dieser würde von der Obrigkeit ve^otte-,, und mu führten es zu diesem Endean, daß die Un­terobrigkeiten nur dem Lande, wo ch en falls diese Greuel herrschen, wofür jeder Verehrer der Religion den größten Abscheu heget, daran ein Exem-

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