z6 GLesilsche wöchentliche gemeinnützige Anzeigen

wahren Glaubens und ihrer Gnadenwahl bewußt waren. Beyde beka­men in kurzer Zeit öffentlich viel Gehülsen in Vertheioigung ihrer Mey- nungen, und die reformirte Kirche dieser Lande ist dadurch in zween Theile getrennet. In Nordholland, Wchfrüßland, Gröningen, (wovanEcr- Len lebt) und Oberyssl, war Appelii Meynung dieallerherrschendsie. In Gemeinden von ohngesahr tausend Gliedern, und wo nach hiesiger Art das heilige Abendmahl in einem viertel Jahre nur einmal ausgerheilk wird, ge­nossen selten über 24 Personen dasselbe, und doch nahmen sie es wegen der Marken Reden ihrer Prediger mit zittern und beben. Von tausenden, die in der reformirten Kirche getauft worden, leben in vielen Städten gewiß fünfhundert, und sind drevßig, vi rzig auch wohl fünfzig Jahr alt, ohne jemals ihr Glaubensbekcmntmß abgelegt und commumcirt zu haben , weil sie sich nicht eher wollen confirmiren lassen, und bey dem Tische des Herrn erscheinen, bis sie sich des seeligmachenden Glaubens bewußt sind. Ich kenne verschiedne Eheleute, die Kinder haben , davon entweder der Vater oder die Mutter noch nicht bei) der Communion gewesen sind. Ich Fen# rre Aeltern, die sich noch nicht entschließen können, das Nachtmahl zu ge- rrießen, da unterdessen eines oder das andre von ihren Kindern dasselbe ge# rrießt. Ja es sterben gar manche, ohne daß sie jemals das Vertrauen er­langt haben, das edelste Gnadenmittel brauchen zu dürfen. Doch jemehr van Eerdens und seiner Mitbrüder, besonders Jansenius Schriften gele­sen werden, destomehr vergrößert sich von viertel Jahr zu viertel Jahr, Die Anzahl der Communicanten. Bey dieser Gelegenheit kann ein Geist Der fteyen Untersuchung unter die hiesigen Schriftgelehrten kommen. Zeit# tyr bat man treulichst die Aussprüche der Dordrechtschen Kirchenverlamm- iung nachgepredigt. Das compendium Theologiae, das Mark daraus gemacht hat, ist das gewöhnliche und beynahe einzige academische Lehrbuch Der theologischen Professoren in der Dogmatik. Ihre freyen Untersuchun- gen giengen zeither beynahe allemal aus Worte und Altertbümer. Der war und ist noch ein Held, der eine andre als die gewöhnlich angenom­mene Gelegenheit angeben konnte, wobei) David einen seiner Psalme ge­macht hakte, oder der die Dudaim besser als ein andrer beschreiben kann. Nichts wäre leichter als unzählige Bcyspiele hiervon beyzubringen. Man kann sie fast täglich in den Niederdeutschen Predigten hören, und täglich werden solche sinnreiche Einfälle gedruckt. Viele junge Lehrer weichen in ihrem mündlichen Vorträge von den Unterscheidungslehren der reformirten Küche ah. Di? neuem Schriften der Hochdeutschen Theologen, die neuere

Philo-