Ausgabe 
29.5.1770
 
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174 Gl'essische wochemlr'che gemerttnützige Anzetzen

daher, daß man den Nahmen eines einzelnen Stamms allen übrigen Stämmen beylegke, so wie wir uns selbst von den Teutonen, die Fran­zosen aber von den Allemanicren her nennen : Noch öfterer aber hat man aus Mangel weiterer Nachrichten ein ungeheuer großes Land mit dem Nahmen desjenigen Volks belegt, das in den Granzen gewohnt hat, nnd also seinen Nachbarn bekannt geworden istWelcher Fall vielleicht bey den Scythen statt findet. Die wenige Scythsiche Nationen die den Griechen bekannt geworden sind, haben sie veranlaßt, alle Länder die wei­ter hinter diesen lagen, Scythen zu nennen, und sich emzubildcn , daß sie insgesammt von einerlei- Völkern bewohnt würden, da doch Leute von ganz unterschiednem Ursprung, Sprachen und Sitten daselbst wohnen möchten. Es ist also eine vergebliche Frage, wenn man wissen will, von welchem Sohn des Noah, die Scythen, die Sarmarier, die Deutschen, die Selten und dergleichen Völker herstammen. Man müfie zuvor aus­machen, daß diese Völker würklich von einem Namen herrührten , und daß sie nicht bereits aus zehn oder zwanzig kleinern Nationen von unrer- schiednen Ursprung, in eine zusammengeschmolzen, und folglich Leute von allen drey Söhnen Noahs mit darunter wären. Und dieses gilt nicht nur von allen neuern Nationen , sondern auch von den meisten altern, die uns die Griechen bekannt gemacht haben.

tY)--S- R--r.

Emzeltte Gedanken aus dem Englischen übersetzt.

Im Umgang muß man leutseelig und artig seyn. Die Regel hier­zu ist'» -Hören, lchicklich antworten, und nicht widersprechen.

Es giebk viele Leute in der Welt, welche weil sie sich darauf vcr- lasser , daß sie tugendhaft sind, oder wenigstens so scheinen , unerträglich wer en: denn sir nehmen sich gar zu gern alle Arten von Freyheiten he aus.

Es ist nicht so gefährlich, manchen Leuten Böses, als ihnen zu viel Gutes zu thun.

Niemand fürchtet sich so sehr verachtet zu werden , als wer in der That verachtungswürdig ist.

Wir