Ausgabe 
29.5.1770
 
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«Md Nachn'^btett. iii

Was ist also natürlicher als daß die Absicht Moses bloß diese ge­wesen, seinen allgemeinen Satz, den man ihm auf sein bloßes Wort oh­nehin hatte glauben müssen , durch einige, und zwar nur durch einige Beyspiele zu bestättigen? Er wollte nicht zeigen wie der Erdboden nach allen seinen Lheüen stückweise von dieser oder jener Nachkommenschaft des Noah besetzt sondern bloß daß er im Ganzen und überhaupt ge­nommen von den Sühnen des Noah bevölkert worden sey.

Man har die Wohnplatze der würklich benahmten Völker nickt gae weit von einander zu suchen, noch wie einige gethan haben, biß in Ruß- land oder Deutschland zu laufen. Die Rede ist bloß: von Ländern wel­che innerhalb oder dock nabe an dem ersten Schauplatz des menschlichen Geschlechts gelegen sind, als von klein Asien, den darbey gelegnen Inseln und Küsten, Armenien, den Gegenden disseits des Caspischen MeerS, Persien, Babylonien, Aßyrien, Phünicien, Syrien, Judäa , Egypten und Arabien. Dieses zeigen die Wohnplätze der Völker bey welchen die meiste Gewißheit ist. i) Iavan die Inseln der Heiden, das ist die asta­tische und griechische Inseln und Küsten. 2) Chus, oder Arabien, z) Nimrod zu Babel. 4) Aßur zu Ninive. 5) Mizraim in Egypten 6) die Philister 7) die Canamlische Völker 8) Elam in Persien 9. Aroui in Syrien.

Was nun die andern betriff so ist glaublich daß diese hin und wieder unter denangeführten Völkern oder doch nicht weit davon gewohnt haben, daß ihre Nahmen zu Mosis Zeiten noch bekannt genug waren, ob sie gleich nachher durch Veränderung ihrer Wohnplätze und Vermischungen mit andern Völkern ausgegangen sind. Vielleicht sind diese Völker schon zu Mosis Zeiten nickt mehr ganz unvermischt gewesen. Es war aber zu seinem Beweist hinlänglich daß es damals noch allgemein bekannt war, von welchem Stamrnvatter dieses oder jenes Volk herkam , wenn gleich bereits schon Leute von einem andern Stamm mit darunter gekommen wa­ren. So waren vielleicht damahls die Aßyrcr schon nicht alle mehr Nach­kommen des Aßurs, obgleich das Volk im Ganzen sich von dem Aßur herfuhrte. Und dieses kann um so eher behauptet werden, als die Völker gröstentheils hin und hergezogen, wodurch ein Volk das andre sich tbeils unterwürfig machte, theils vermischte Völker entstunden. Daher fcbemC die Zeit, in welche dkw Capttei gehört, nicht eigentlich die Art Mosis,

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