Ausgabe 
28.8.1770
 
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L76 Gieff/sche wöchentliche gemeinnützige Anzeigen

Hochmuts, der Furcht und der Eitelkeit eurer Bewohner, nunmehrige traurige Beweise der Wuth verheerender Kriege und der herrschenden Zeit. Emst schi enen vielleicht diese Gebäude der Nichtigkeit, oder so zu reden, ihre Dauer einer Ewigkeit zu trotzen, in diesen Trümmern in diesem Haufen Steins erreichte diese Ewigkeit ihre Endschast, ihre Regenten sind gewe­sen, man sind sie, ihre Bauherrn, Moder und Staub. Diese Denk­mahle, diese Rudera des Stolzes, des Prachts, der Beschäftigungen und Neigungen dieser ehemahligen Beherscher, was lehren sie mich , alle diese Ueberbleibsel? Daß die Werke des Menschen, so wie er selber ist nich­tig, vergänglich, wandelbar und flüchtig feyen. Laß oallerweisester Beherr­scher des Erdbodens und aller Creaturen mich demnach nur nach solchen Gütern trachten, die keine Zeit veraltet und die, wann auch diese morsche Hütte mein Leib in Staub zerfällt Du dennoch jenseits des Grabes weist hoch zu achten.

Von der Pferdezucht

In hiesiger Gegend werden zwar weit mehrere Ochsen als Pfer­de zum Ackerbau gehalten, welches ich nicht verachte. Da aber dieje- mge zumahlen, die so an dem Alnau Fluß wohnen , fast durchgängig Stuten ankaufen, solche belegen lassen, und Fühlen ziehen; so will ich die­sen zum besten nur erinnern, was bey Einkauf der Pferden sie zu beob­achten haben, und wie sie die Stuken, und jungen Fühlen warten und füttern sollen. Wer ein Pferd kaufet muß erst nach den Zähnen sehen, woran er das Alker erkengen kann. Ein Pferd so die 2. fordern Milch­zähne aufgeworfen hat ist z. Jährig; Hakes 4. frische Zahne, so ist es Vier­jährig; und hat es 6., so ist es fünfjährig; wann die Eck-Zähne hohl Md leer sind, ist es sechsjährig ; ist noch eine kleine schwarze Höhlung darinnen, so hat es 7. Jahr, werden aber diese Zähne glatt, so sagt man, eS hat die Kunden verlohren; wann aber die Gruben über den Augen tief die Kienbacken spitzig und ober denen Augen weise Haaren vermenget sind, (b ist es ein Seiten daß eS ,4. bis 1$. Jahr alt seye. Auf die Gestalt muß vornehmlich gesehen werden, es muß nicht hochbeinig, sondern lang und glatt seyn. Man betrachte die Augen eines Pferdes in einer Stall- Ihüre oder sonsten im Schatten. Das Auge muß hell durchsichtrg nicht «rüde, ohne Flecken Wh weißen Kreiß seyn, Vkarr fühle den Pferderr

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