Vtessische wöchentliche WWWge WM miß Nachrichten

Neun'un- Dreissigstcs Stuck.

Dienstags den rften Sepe. ^77o.

Mit Hochfürstl. Hessen Darmstädtischer gnädigsten Erlaubnis.

Von der unbilligen Verachtung des geistlichen Standes.

Verachtung des geistlichen Standes ist immer unbillig, sie mag ÖC/ aus einer Quelle fließen aus welcher sie will. Bey verschiednen ist eine Geringschätzung der Religion überhaupt: bey andern aber der unrichtige Schluß, vermöge dessen man gehler einzelner Personen dem ganzen Stand zur Last legt.

Wer keine Religion hat, der kann freylich sehr leicht darauf verfal­len, die Diener derselben zu verachten. Aber auch dieses ist noch keine hin­längliche Ursache. Wenn man gleich selbst gegen alle Religionen gleichgül­tig wäre, so kann man doch ohne eine Ungerechtigkeit zu begehen nicht be­haupten, daß alle Verehrer einer Religion Leute sind, Die derselbigen ent­weder aus Unwissenheit Einfalt und Aberglauben, oder aus Eigennutzzu­gethan sind. Nein! esgiebt noch immer Leute die grose Gaben des Gei­stes haben, eine Religion untersuchen und prüfen können, und sich durch eine ausgebreitete und gründliche Gelehrsamkeit hinlänglich gerechtfertigt

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