Ausgabe 
24.7.1770
 
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Niesflsche wöchentliche gmelmüßW Unzclgttl inrä Nachrichten Drüsigstes Stück.

Dienstags den »wn Inlü 1770.

Mit Hochfürstl. Hessen Darmstädtischer gnädigsten Erlaubnis.

wie ist dem Zruchtmangel am besten vsrzubeugen?

A^iese Frage ik vielleicht in jedem Lande eine der wichtigsten in Abfiche VSy auf Die Landesöconomie. Einige Lander habm von Natur einen Mangel, andern fehlet eS an der behürigen Cuitur, andere haben einen Ueberfluß und leiden dennoch zu weilen grosen Mangel. So sehr man in dessen in den ersteren Bedacht nehmen Ul, dem natürlichen Man­gel vorzubeuqen, und die Cultur empor zu bringen , eben so sehr und wohl noch mehr Ursach hat mann in dem letzteren darauf zu sehen daß man bey dem Ueberfluß keinen Mangel leide; |u mahlen eS alsdenn an nichts air einer guten Polirey zu fchlen scheinet. ES ist wohl ohne Zweifel, daß in hiesigem Lande ohngeachtet eS auch an der Cultur fehlet, ein ziemlicher Ueberfiuß an Früchten ist; und gleichwohl lehret die traurige Erfahrung daß besonders in diesem Jahr ein grosir Mangel gewesen und noch ist. Wenn wir schon nicht zur HungerSnoth gebracht worden, so hat die Tdeurung dennoch so sehr zu genommen, daß nicht nur die armen und diejenigen bey welchen von Hand zu Mund gehet, sondern auch sechsten die Reicht» dchn.