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big sie auszurotten; sind sie es aber nicht, so müssen wir sie lenken. Leser welche der Sache kundig sind, werden: sich leicht der Streitigkeiten alter und neuer Philosophen deswegen erinnern. Cicero spricht uns viel davon in seinem Buch von den Wichten. Die Betrachtung der Natur sechsten aber, und nicht Meynungen müssen uns hier führen. Wir halten uns auch nicht mit Erwehnungen der Meynungen auf, sondern führen die Hauptgründe für oder gegen die Affekten an.
Einige betreten diesen Weg, daß sie zu erweisen suchen, sie seyen vermög des W-sens eines endlichen denkenden Wesens nothwendig. Aw- denn mögen sie auch so schlimm seyn als sie wollen, so sind sie doch nur metaphysische liebel. Diese wollen ausrotten ist eben so viel als sich bemühen wollen unempfindlich zu seyn. Daß sie aber vermöge des Wesens nothwendig seyen, erweisen sie so. Affekten entstehen aus einer verwirrten Verstellung des Guten oder des Bösen. Wo also vermöge des Wesens verwirrte Vorstellungen des Guten oder des Bösen nothwendig seyen,da seyen auch Affekten nothwendig. Nun aber könne man sich kein endliches denkendes Wesen gedenken ohne verwirrte Vorstellungen des Guten oder des Bösen. Es seyen also Affekten eine nothwendige Folge der Einschränkung. Wir verlassen diesen Weg, und setzen nur obige Erklärung ihrer Entstehung voraus. Was mit der Natur der Dinge überemkommt, das ist gut. Dieses ist der Grund woraus wir darkhun, daß die Affekten an und für sich genommen gut sind. Es darf nichts gezeiget werden, als daß sie mit der Natur der Dinge Übereinkommen. Daß wir nach dem Maas der Vorstellungen von einer Sache entweder eine Zuneigung oder Abneigung bekommen, das liegt in Der Natur der Seele. Daß sich diese die Sacke so vorstellt wie sie sind, das ist der Natur Der Dinge ge- mäs. Wenn sich die menschliche Seele Jesu das Verderben Jerusalems mit Vorstellungen welche der Sache gemäs waren abbildete, so war dieses mit der Natur Der Sache übereinstimmend, es war also auch übereinstimmend daß diese Vorstellungen in groser Anzahl gehäuft waren , also einen Affekt hervorbrachten. Eben dieses und andere Beyspiele dessen, welcher ohne Sünde wäre, gibt nicht nur eine Erläuterung Der Sache, woraus der Beweis weitläustiger geführet werden kann, sondern auch einen höheren als philosophischen Beweis für Die Sache selbst. Damit wir diese Abhandlung nicht über ihre bestimmte Grenzen ausdehnen, so wollen wir bey dem Beweis nichts weiter zu dem Hauptsatz, woraus er wei«


