z4^ Gr'esstsche wöchentliche gemcittnLtziZe Anzergett
heischer gesungen auf der Straße, in Meide und Gliedern stünde; wann sie auf die ersten so ihnen auMlen zusulen , Hande und Gesicht verkratzten, ja gar mit Dolchen verwundeten; wann Sie dieses alles sähen/würden sie nicht sagen , das seyc erschrecklich? Es seye toll, Leute zu mishan- Dein und wütend anzufallen, dre sie nicht beleiorgt haben. Und mir kommt dieses lange nicht io bös vor , als das was ich beynahe in jeder Ge- ftllschatt sehe. Was ist daran erschreckliches wann einem etliche Wunden mit Nägeln, und wann es auchmrk Dolchen wäre, beygebracht werden? Ein gennges Pflaster, ein kleiner Schmerz von einigen Tagen überwindet dieses alles Alles was dabey nur etwas schlimm ist, ist dieses: man würde solche Gesellichast für Narren halten, und sich für ihnen hüten. Nun daran waren sie sechsten Schuld, andere die unschuldig sind würden doch sicher seyn. In de» gewöhnlichen Zusammenkünften werden ganz andere Wunden beygebracht, welche man weder heilen noch wofür man sich hüten kann. Der ehrlichste Mann muß ein Betrüger, der Menschenfreund ein Verleumder, mit einem Work , der Tugendhafte muß lasterhaft und dieser tugendhaft heissen. Man dichtet Charaktere, welche sich aus das Glück verbreiten , wogegen man sich nicht verthewigen kann , und schlagt Wunden, die um so viel unheilbarer sind, je mehr sie mit einer gottesfürchtigen Mine begleitet werden - - - Gewis bey manchen ist die Gottesfurcht, oder vielmehr der Schein derselben, eben Vas, was der Gift bey den Pfeilen der Indianer ist/welcheS die geringste Verletzungunheilbar macht. Wer kann da sein Gewissen immer ohne Vorwürfe erhalten ! Man kann, weil man nicht jedes kennet nicht allezeit Vertheidigungen unternehmen , und wann man dieses thut so ist es fruchtlos. Lezthinware ich in Gesellschaft worinnen drey Personen, wo nicht zum Galgen und Landsverweisung, doch zur ausersten Noth ohne alle Erbarmung verurtheilt wur/ den. Der eine suchte eine Rechnungsbedienung und wurde der größten Betrügereien beschuldigt; die andere wollte mit advocirn ihren Unterhalt erwerben und sollte der größte Ignorant seyn, und die dritte wäre eine Jungfer deren Liebhaber, welcher eben im Begrif war um sie zu wer den, man bedauerte, weil sie - - - - Die Jungfer deren Eltern erst gestorben , konnte ohne diese Heurath nicht leben, und die beiden andere verdienten nicht daß man ihnen Bedienung und Mittel sich zu nähren verschafft, ja der eine wäre gar Galgenmäsig. Was schadeten aber diese Urtheile? Sie wurden sogleich amsig verbreitet, und dieJung- ser wäre um ihren Freyer, das habe ich den Augenblick erfahren, und


