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mrd r^achnchtett.
feHU. Er hörte sie ober kaum und setzte seine Gedanken fort. Gewisse Stunden sind ihm dazu ausgesetzt, wo er andere Dinge als ftme.^vertrauten Geschäfte vornimmt. In diesen bleibt fern Herz Empfindungen eigen.
Clito ist gerade von ihm das Gegentheil. Jede unangenehme oder angenehme Nachricht treibet ihn um, wenn er auch mitten m seinen Geschäften ist. Er hat davon den schönen VortheN । daß solche oft unterbrochen werden, und er sie wieder von vornen anfangen muß. Daher Weiler keine Zeit beobachtet, weis er auch keinen -Ort zu unterscheiden. Es darf nur in einer Gesellschaft-ein Gedanken mihm rege werden , welcher ihn auf etwas unangenehmes leitet , so kommt er augenblicklich m Affekt. Selbsten über seine Domestiqum erzürnt und klaget er in der muntersten Versammlung.
Das vornehmste in der Regierung der Affekten bestehet dannn, daß man solchen nicht die ganze Seele einräume.
Wir haben schon vorher gedacht, daß wir eine bestimmte Anzahl von Gedanken annehmen können, deren die menschliche Deele $u gieper Qeit fähig sind. Raubet ein Affekt diese größtentheils , so behalt der Mensch nicht so viel Vermögen, daß er über das, was '" 'bm vorgehet gehörig refiectire, also seine Neigungen seinen Zorn, seine Freude prüfen, und in ihren gebührenden Schranken halten kann.
Menschen sind nie sicher, daß sie von reydenschaften angefallen wer^ dm. Der weise aber verhält sich wie ein kluger Haushalter, und setzet fein Vermögen nietet alle einem Zufall aus, sondern behalt etwas in St* cteerheit. Er behält sich einen Theil der denkenden Kraft der Selen frei), womit er in jedem Fall im Stande ist, das übrige was in der Sele ifHu überdenken.
Wo dieses nicht geschiehet, so bleibet der Mensch saft ganz dem Zufall! ausgesetzt. Es hängt nämlich von einem Zufall ab, daß angenehme ober unangenehme Ideen durch die Sinnen in ihn eindrmgen. Hat er sich nicht gewöhnt, so viel Kraft zu denken gleichsam für sich -urüekzube- hMn, so ist er den Anfällen eines jeden Sturms angenednm oder unan-


