und Nachrichten. xff
Dieser Meynung bin ich nicht, antwortete Lnpin, nichts ist schöner alS die Geschichte entfernter Nationen, und was mich dabcy am meisten ergötzt, ist nicht so wohl die Beschreibung von ihren Sitten, als die Nachricht von den Seltenheiten der Natur, die sich in diesen Landern finden Mit allen diesen Dingen werden-sie keinen -Hund aus dem -Ösen locken, versetzte ein alter Archivarin^ Das nenne ich mir erst Historie, was man selbst aus den Archiven und Dokumenten geschöpft hat: Nur diese kann man brauchen , wenn man einen Bericht in Staatsgeschäften abstattea soll. Meine ganze Reichshistorie die ich auf .Universitäten gelernt habe- hilft mich mit allen meinen Büchern keinen Heller. Wie glücklich sind unsre Zeiten, daß man nun allenthalben anfängt D-Plomata herauszugeben. Wenn nur - Ja! sagte Dämon, wenn das Ding so fortgeht, fo wird man besondre Leute besolden müssen , die diese Schartecken lesen. Denn ich für mein Theil bius herzlich satt, ich habe etliche Bande durchgelesen, und weiter nichts draus gelernt, als daß dieses oder jenes Dörf- gen ehmals dem Junker Hanß oder dem Junker Georg gehört hatte; Was bekümmern mich diese Kleinigkeiten? Klünigkeiten , rief der Alte hitzig : Sie Men, wie sie es verstehen. Ich? fieng der andre an, und der Streit würde ernsthafter geworden seyn, wenn nicht ein lustiger Mana das Mort genommen hätte. Meine Herrn, rief er, ich lobe mir die Geschichte der Manichäer: ich lese die Historie dieser gottlosen Leute alle Jahre zweymahl gegen die Meßzeiten, um meinen Eckel, den ich gegen die heutigen Manichäer habe, von Zeit zu Zeit zu verstärken. Und ich lese nichts lieber, rief ein junger Mensch der vor kurzem aus Frankreich gekommen war, als die Geschichte berühmter Mädgen. Der Herr hat recht, rief die ganze Gescll'chaft: Ein jeder griff nach seinem Glaß , und alle wurden einig aus die Gesundheit aller schöner Mädgen zusammen zir stoßen.
Ich gieng mit einer Art von Bettübniß nach Hauß, ob ich gleich froh war, daß sich das Gespräch so gut geendigt hatte. Wie viel Vermischung von Wahrheit und Jrrthum und Vorurkheilen, dacht ich, sind hier bevsammen gewesen! Keiner von den Herrn hatte ganz unrecht: Keiner aber auch durchaus recht. Alle Arten und Theile der Geschichte sin- gut, brauchbar und nothwendig', nicht aber einem jeden in gleichem Grad. Ein wahrer Gelehrter muß von der Geschichte aller Zeiten und Völker hinlängliche Begriffe haben, nnd aus allem Vortheil zu ziehen suchen. ♦n ' U 2 Manches


