Ausgabe 
13.2.1770
 
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Md Nachrichten- ff

b-ständer ihren SEem oder die Gemeinde ihren Hirten den Befehl, diese Gewächse und Früchte abzuhüthen. Jener siehet dieses , er will deswegen klagen, allein sogleich erinnert er sich, daß die Schä- ferey herrschaftlich ftye, und die Bestander jährlich einen starke» Pfacht geben müßten, daß die Gemeinde das Recht habe die Brachfelder mit ihrem Vieh zu behüthen, und daß also seine Klage vergeblich seyn würde Er läßt es vor diesesmal dabey bewenden. Das künftige Jahr, laßt er, wie seine Nachbarn, seine Aecker würkiich brach liegen, und ent­zieht dadurch der Herrschaft den Zehenden, sich aber den gewiß erfolgten gro­ßen Verkheil. Wir haben in denen neueren Zeiten viele und gute ökono­mische Schriften erhalten. Demohnerachtet ist es nicht gut, wenn diejeni­ge die noch keine völlige, ökonomische Kenntniß haben , deren viele lesen. Die Meinungen sind öfters gar zu sehr unterschieden und derjenige., wel­cher nicht genügsame eigene Erfahrung hat, kann eben sowohl die falsche als richtige Meinung annehmen. Ueberhaupt sind sie me-stentheils nur auf gewisse Gegenden und auf die Erfahrung einzelner Menschen, oder auf solche Versuche, die nur im kleinen gemacht sind , gegründet. Ich raths vielmehr denjenigen welche sich wirklich eine vollständige ökono­mische Kenntmß erwerl.cn / h,n Zustand ihrer Mitbürger durch eine besser einzurichtende Oekonomie verbessern wollten, ökonomische Gesellschaf­ten nnd Zusammenkünfte an dem Ort wo sie sich aufhalten , zu errichten In diese Gesellschaft aber müssen Leute von oU^n Ständen angenommen wachen, Beamte, Geistliche, Medici, Forstbedienren, von denen Vor­stehern oder ältesten eines Orts, in den Städten Rathsherrn, alte und junge Männer, Handwerksleuce, Ackerleute, Taglöhner, alle diese mü­ßen in einer solchen Gesellschaft seyn, und einem jeden müste erlaubt seyn eine Gedanken Vorschläge und Meinungen frey heraus zu sagen. Hier­durch würde am ersten der Zweck ökonomische Entdeckungen bekannt und gemeinnütziger zu machen erreicht werden. Der gemeine Mann würde alsdenn diese ökonomische Verbefferungsvorschläge viel lieber anneh­men und gewiß eher nachmachen, als wenn er durch Zwang darzu sollte angehalten werden, besonders wenn denjenigen so jährlich die beste Proben lieferten, gewiße Preiße zur Aufmunterung ausgesetzt werden könn­ten , und wenn die herrschaftliche Gütherbeständer durch leyhmäßige Verbindlichkeiten schuldig seyen dergleichen ökonomische Verbesserungen vorzüglich vorzunehmen.

Nach-