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Verbesserungen gelegt, als diese. Wir Teutschen folgen ihnen hierinnen nach» Wir sehen den Nutzen welchen Engelland von einer verbesserten Oe- konomie ziehet, und diesen Nutzen wollen wir ebenfalls unseren.Landsleulcn zuweisen. Ganz Ober-und Niedersachsen, die Pfalz, und noch ver- schiedene andere Gegenden Teutschlands, sind hierinnen schon ziemlichglück- lich gewesen, und wir Hessen hoffen es ebenfalls bald zu ftyn. Selbst unser Landesfürft ist darauf bedacht. Die Oekonomie gründet sich meh- rentheils auf die Erfahrung. Diejenige welche selbige nach der Theorie be- handle» wollen, werden hierbey wenig aüsrichten. Doch ist zu einer vollständig vorzunehmenden ökonomischen Verbesserung, die Theorie derselben, und besonders eine philosophische Kenntniß, ohnumgänglich nöthig. Die Erfahrung eines Menschen ist nicht hinreichend zu einer künftigen Regel, rs müssen die ökonomische Regeln aus den Erfahrungen vieler zusammen- genommen und mit der Theorie verbunden werden.
Das Erdreich, das Wasser, die Luft, die Lage; die Ausdünstungen sind fast an jedem Ort anders beschaffen. Es lasten sich also die öko-- nomische Entdeckungen des einen Orts, nicht leicht an einem andern Ort, auf eben die Art, wie an diesem, nachahmen.
Das Vorurtheil der meisten Menschen ist so stark, daß auch die allerstärksten Beweise nichts dargegen ausrichten können. Eine hergebrachte Gewohnheit, eine Sache auf diese oder jene Art zu behandle», ist ein ohn- umstößliches Gesetz, und gegen dieses Gesetz , darf man nicht einmahl die augenscheinliche Verbesserungen anführen. Unsere Vorfahren haben es ss gemacht, und diese sind keine Dummköpfe gewesen , sie sind so klug als wir gewesen, und sie haben gewiß die beste Art, eine Sache zu behänd- len, erwehlet, dieses ist gleich die Sprache dieser mit Vorurtheilen eingenommenen Menschen. Ein Kluger laßt sich zwar durch diese Reden nicht abschröcken , er fahrt vielmehr in seinen angefangenen Verbesserungen fort, allein er kann doch seine gemachte Verbesserungen nicht gemeinnütziger machen. Er sichet vielmehr wie sich die Laßheit seiner Nebenmenschen bemühet, diese angefangene Verbesserungen wieder zu vernichten, oder wohl gar, solche Hindernisse in Weg zu legen, welche seine weitere Anstalten gänzlich vereitlen. Ich will hier ein Beyspiel anführen. Es wollte jemand jährlich seine sämtliche Aecker benutzen, und keinen Brach halten. Er wolle auf dem eigentlichen Brachacker solche Früchte und Gewächse zrehen, welche diesem Acker vortheishafter als das Brachliegen seyen, und wodurch einen doppelten Nutzen haben würde. Sogleich gaben die Schäftrey-
bestän-


