110 Gressische wöchentliche gemeinnStzige Anzeigen
waS er geben kann, weniger nicht nehmen aber auch mehr nicht fordern als was der Pfachter herausbringen kann.
In Summa er muß endlich gewissenhaft gegen den Pfachter gesinnt feyn. Wer sich Mühe gibt Die Gücher zu besetzen, ehrl. an dem Ort wohnende verständige Äckerleute zu rathe zu ziehen wird den wahren Ertrag eines Guths leicht erforschen. Dabey sich aber auch wohl in obacht nehmen daß er fleißige und den Ackerbau gewachsene Pfachter bekommen, deßen Frau eine gute Haußwirthin seye, welche zuletzt schlafen gehe und zuerst wieder aufstehe, dem Gesinde gebe was ihm gebühre, und auch zur nötigsten Arbeit anweise. Auf die Haußftau kommt das mehreste in der Landwirthschast an.
TOon der Saat.
In der Oekonomie wird man keinen Theil antreffen, worinnen man mehr Regeln, mit Gewißheit angeben kann, als bey der Saat, und eS ist eine wichtige Sache in dem Landbau. Ich führe daher folgendes an; man nehme die reifsten, und von Unkraut gesäuberten zu Saatfrüchten, jasse die schönste Frucht zur Saat in der Scheuer allein legen , so balden eS möglich ist, ehe die Frucht wieder angezogen hat, ausdreschen oderein Gebund klöppeln, oder päuscheln, damit man die beste und reifste Körner bekommen, auf den Boden lege man die eben ausgetroschene Früchte ganz dünne aus einander, wende solche täglich mit einem Rechen, daß sie recht austrucknen, man lasse solche durch ein Fegfleb rüden , damit der Saame des Unkrauts herauskomme. Sierbey merke ich an; Körner aus nassen, und sehr fetten Boden sind nicht zur Saat zu nehmen , die von mageren an der Mittagsseite gelegen Ackern sind am besten. Dann die Bestandkheil sind fest beysammen und haben ihre völlige Kraft zum AuS- keimen. Die Einwohner des Grund Breidenbachs beobachten diese Erfahrung wohl; sie kaufen alle Saatfrüchte vor ihre nasse Aecker, welche Rur mit übermäßiger Dunge zur Fruchtbarkeit zu bringen find.
Dahier wo mehrentheilS reine Frucht wachset, fo lasse von dem dahier gewachsenen säen, weit man fremd Korn viel theuerer als das hiesige bezahlen, mit Kosten transportiren lassen muß, und dabev oft Unkraut vnd vermischte Frucht bekomt. Dahingegen trage flöt Sorgfalt guten Saamen zu bekommen.
Bey


