Ausgabe 
9.10.1770
 
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z rr Giesirsche wöchentliche gemeinnützige Anzeigen

man mit Recht eigne Arbeiten von dem Prediger, wobey es ihm jedoch unverwehrt ist, sich das Gute andrer Leute mit der gehörigen Klugheit zu Nutz zu machen. Wenn dieses nicht wäre, so könnte man alle Jahre em gutes Buch kauffen, und solches Sonntags durch den Schulmeister der oftK eine bessere Stimme als der Pfarrer har, vorlesen lassen, und des Pfar­rers ganz entbehren. Was das schlimmste ist, so verfallen die meisten aus Mangel der nöthigen Einsichten auf schlechte Muster, die sie denn hernach auf geradwodl ausschreiben und hermachen:

Gute Bücher gebrauchen zn können dazu wird mehr Einsicht und Gelehrsamkeit erfordert, als sich bey dem grölten Dausen finden möchte. Außer dem Predigen hat der Geistliche noch viele andre Arbeiten , als zum Beyspiel den Unterricht der Kinder, £ie Besuchung der Kranken, und so ferner. Auch hierbey kommt überaus viel auf einen geschickten Vortrag an, der aus ein paar Büchern nicht allein gelernt wird, sondern bey wel­chem die gehörige Achtsamkeit auf die Erfahrung unumgänglich notbwen- dig ist» Die Fortsetzung folgt. w... 2\...

Anzeige von Herrn M. Rambachs Grammattic.

Wir haben kürzlich in einem unserer Blätter nur mit wenigem ange­zeigt daß in der Kriegerischen Buchhandlung nut gnädigstem Privilegio für Hochfv'stl. Lande M. Jac. Franz Theod. Rambachs lateinische Gammatic die Presse verlassen und a 4$. kr zu haben seye. Es bat uns damals der enge Raum nicht gestattet die Nutzbarkeit und den Werth die­ses Buchs, womit sich der Derr Verfasser Lehrern sowohl als um die lie­be Jugend insbesondere sehr verdient gemacht hat, eine weitläustigere An­zeige zu thun. An Deutlichkeit sowohl als Gründlichkeit, und überhaupt was zu einer vollständigen Grammatic gehöret, wird sie allen anderen den Rang streitig machen, und offenbahre Vorzüge behalten. AlleTheile sind mit Änmerkängen bereichert, die man anderswo vergeblich suchen wird: und überall findet man die schwersten Regeln vom dunklen so sehr gereini- get, daß auch ein Versäumter sich von selbst helfen, und Unterricht finden wird. Den außerordentlichen Fhiß den sich der Herr Verf gegeben, An­fängern das Decliniren und Conjugiren recht faßlich zu machen, zeigt die vollständige Etymologie. Der ordinaire Syntax zeigt die Ucberem- kunft und Abweichung unserer Muttersprache und lehrt die Jugend dm Latinismum und Germanismum gründlich jzu unterscheiden; wovon im

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