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schlichen hat, davon zu trennen? Denen also/ welche für das Wohl ihrer Mitbrüder Sorge zu tragen entweder in geistlichen oder weltlichen Stand berufen sind / liegt es ob, alle Gelegenheiten zu hindern/ wodurch die heilige Wahrheiten nicht nur an und für sich/ sondern auch in den Selen anderer verunstaltet , ja ganz zu dem Kleinen unD Nicht-bedeutenden heruntergesetzt werden. Sie können hierdurch mehr Schaden verhüten , als durch andere sehr weirläuftige Bemühungen. Die Lehre von dem Erlöser ist die größte Wahrheit der Christen. Sie nsird aber durch unnütze, ungereimte und zum Theil lächerliche Abbildungen dieser Pesson, welche die Christen als ihren Erlöser verehren/ so verächtlich gemacht/ daß wenn die Christen unter Heyden wohneten, sie keine größere Beschimpfung ihres Glaubens erwarten könnten, als den/ welchen sie ihm selbst zusügen. Die Obrigkeit, welche diesem Unsinn Einhalt thuk / verdienet um destomehr Dank/ um wie viel stärker ihre Meyntrng auf den grosen Haufen würket. Der Weltmann kann sich manchmal uw. die.Religion verdienter machen, als der Diener der Religion selbst. Bey diesem schreibt man es der Pflicht zu, welche die Welt in manchen Betracht als ein ich weis nicht was ansieht, bet) jenem aber der Wahrheit.
Es ist ein wesentlicher Theil der göttlichen Verehrung, daß man sich von dem höchsten Wesen richtige Vorstellungen mache. Eine jede unrichtige Vorstellung ist also eine Verunehrung Gottes. Dieses ist auch die Ursache, warum Gott verbotten hat irgend von ihm ein Bild zu entwerfen. Ja das Naturgesetz verbietet dieses schon. Den Erlöser können wir uns allerdings nach seiner menschlichen Natur vorstellen , man muß aber in diesen Vorstellungen der Ehrerbietung welche ihm alle Kreaturen leisten, nicht widersprechen. Diener der Religion haben hier besondre Aufmerksamkeit anzuwenden, daß sie in ihrem Vortrag keine Gelegenheit dazu geben. Sollte dieses wohl können verhütet werden, wenn sie in einer gewissen Zeit so von ihm retzen, als wüßten sie sonst nichts von ihm als daß er ein Kiüd seye, zu einer andern als wüßten sie sonst nichts von ihm als daß er litte, zu einer andern als wüßten sie sonst nichts von ihm als daß er im Grabe seye u. s. w.und dieses nur immer als gegenwärtig vorstel- len? Sollte wohl die Würde dieser allererhabrnstcn Wahrheiten nicht darunter leyden, wenn man in dem Vortrag der Form einer Vorstellung folgt, welche sich in jedem Jahr endigt, sind in jedem Jahr von neuem angefangen wird? Doch ist diese Erinnerung dem grössten Theil ganz un- nölhig. Bey einem und dem andern aber dürfte sie doch wohl Behertzi- gung verdienen. lieber*


