Wicsflsche wöchentlich- gMMNßW KtlztWN unö Mchrichten Zweytes Stück.
Dienstes dm 9tm Immr 1770.
Mit Hochfürstl. Hessen Darmstadtifcher gnädigsten Erlaubnis.
skMichts ist interessanter für das Wohl der Menschen als die Religion. 2<S(tX Nichts bedarf mehr der Achtsamkeit des Menschenfreundes als wqö oereu Einfluß auf das Herz schwächet. Das sind oft Dinge , welche manchem ganz unerheblich scheinen können. Die welche sich bemühet haben die menschliche Seele kennen zu lernen, wissen daß der geringste Nebenbegrif von einer Sache; ein Eindruck in der Jugend durch eine lächerliche Vorstellung u. s. w. einen sehr großen Einfluß haben. Marr kann hiervon leicht überführet seyn. Eine Person die uns durch lächerliche Begebenheit zu erst ist bekannt worden, wird in der Folge durch ihren Anblick oder Andenken allezeit die lächerliche Idee erregen; es seye dann daß durch eine folgende lange Reihe von Eindrücken welche sie auf uns macht, die mit ihr verbundene Idee ausgelöschet wird. Die Ideen welche wir von Golt etwan tnird) ein Bild oder andere Vorstellungen zuerst in der fugend erhalten, werden schwerlid) weichen, so viele Mühe wir uns auch geben. Und wie viel Mühe geben sich dann wohl die Menschen in der Religion? Wie stark bemühen sie sich Eindrücke der heiligsten Wahr- helttn zu erneuern, und das ungereimte, welches sich in ihre Seele einge- B schliche«


