Ausgabe 
7.8.1770
 
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S-5Q Gresilsche WZchettt!iche gememnätzige Anzeigen

Vige Aufseher ihrer Kinder ftyn können, als diejenige worin mann alles von Lehrern erfsderk, welche doch nicht die einzigen sind , die mit ihren Zöglingen umgehen. Man muß sehr wohl tteymn, was beyden obliegt; man muß nur wenige Regeln haben, die man zu beobachten hat, oa- mit Die Sache mche gar zu weit von ihrer Ausführung entfernet bleibe.

Dieses kann dadurch erhalten werden, wann man sich einen Harrpe-, platt macht. In diesem wird der Zweck bestimmt, worauf man zu arbeiten muß; es werden die Regeln angegeben, welche von Eltern, von Lehrern, und in Erwehlung des Umgangs zu befolgen sind. Nach diesem müssen die Arbeiten vertheilet werden, und diese alle in dem Hauptzweck zusam­men stimmen. Einen ftlchen Plan Müssen sich jeö'i Eltern entwerfen, und wo dieses nicht ist, da beruhet die.Erziehung mchr auf einem Zufall, als auf dem Fleiß. Hat man einen solchen einmal festgesetzt, so können nach­dem alle Regeln, welche man ließt gut benutzet und auch gar Itftbt gefaßt werden; man weist ihnen ihre Stellen unter den Hauptregeln des Ent­wurfs an; und sie werden mit diesen gleichsam eine einzige Regel, und Die Ausführung derselben wird nicht erschweret.

Ich Willemen Versuch machen einen solchen Plan anzugeben r muß aber vorher einiges vorausWcken. DisLehre voll Erziehung der Kinder ist nichts anders als eine Auflösung eines Problems. Wann man zeig Problem auflösen will, so mußman wissen, was man entwickeln soll, man muß sich etwas vor Augen setzen, welches man dutrychie entworfene Vori- Driften zu- erhalten gedenket, und diestmüsseu aus fetten folgen; mit einem Wort man muß einen Zweck vor Augen haben. Dieser ist bey der Er­ziehung zwiefach. Der allgemeine und Der besondere. Der allgemeine ist einen tugendhaften Menschen, und aufrichtigen Christen zu bilden z der besondere, ist die Lebensart, wozu Kinder entweder durch den Stand oder Geburt , oder Wahl wo nicht auf eine nähere doch entferntere Art be# stimmt sind» Wird man dieses bey einem Plan nicht vorausfetzen, und stätS vor Augen haben, so wird man sich unzehlich vielen Fehlern aussez- zen. Ja auS diesem Gesichtspunkt entdecket man derselben viele, wann man auf die Erfahrung sicher. Mancher Edelman» erziehet seine Kinder so selavrfch als wenn sie Laquaien und Kammermädchen werden sollten, und meinet Wunder wie gut er eS machet Er unterscheidet Höflichkeit- welche alle Menschen ziem, nicht von derjenigen LreyMtMeit welche nur einem