und NäOrrchkeft^ ?
gibt es auch, so wie durchgehends in der Natur / keinen Svrung. In gegenwärtigem Fall kann man es um so viel wahrscheinlicher annehmen, je mehr dergleichen Leuten doch von Jugend auf ein Abscheu gegen Blut- vergiesen, so wohl durch bürgerliche als Religions-Gesetze, beygebracht ist worden. Man kann sich das stufenweise fortrücken, zu Vieser Abscheulichkeit auf folgende Art verstellen. Eine Dirne welche sich hat verführen lassen gedenket wohl anfangs, bey Erwachung ihres Gewissens, bey Vorstellung ihrer Schande', an nichts weniger, als daß sie sich der Gefahr, dem Henker in die Hande zu gerathen blos stellen würde. Sie stellet sich zwischen diesem verzweiffelken Schritt, und den gegenwärtigen Augenblicken noch viele Möglichkeiten vor, wodurch sie vor der Schande könne bewahret werden. Der Gebrauch unerlaubter Mittel ist wohl das erste welches sie ergreifet. Es ist ja beynahe keine Gegend wo sich nichtQuacksalber aufhalten, eine Art Leute welche dem menschlichen Geschlecht auch ohne dieses mehr Schaden zufügen als man wohl denket, und die manchen ungestraft hinrichten. Hat eine solche Lasterhafte eine Zeitlang Mittel gebraucht, so wird schon der Gedanken von dem rTichtfeyrt einer Frucht, oder daß sie nicht da seyn sollte festgesetzt. Ein Schritt wodurch sie schott der Bosheit naher gekommen ist, der aber leichter ist als die nachfolgende mörderische That selbsten, und der durch Leichtsinn und böse Gewohnheit sehr leicht gemacht wird; dann wer weis nicht, daß bey dem gemeinen Volk mehr die Schwangerschaft, als lasterhafte That welche vorhergehet, für SchandeundSünde geachtet wird,unddaß der Gebrauch unerlauhter Mittel auch sehr im Schwang gehe. Die Gewohnheit anderer erleichtert also diesen Schritt zu gröserem Laster. Ist nun der Gedanken einmal festgesetzt , daß die Frucht nicht da seyn solle, so ist hernach der Gedanken leicht: es seye einerlei) ob das vlrchtseytt der Frucht jetzo oder vorher befördert werde. Nun ist es möglich, daß diese Entschliesung noch nicht angenommen sondern verworfen wird. Die vorigen Gedanken kommen wieder; sie werden zwar noch nicht ganz angenommen, aber auch nicht ganz verworfen. Hier ist die Entschliesung nun schon halb da, auch wohl so da, daß solche bey Ueberdenkuug der Folgen verworfen wird. Dieser Zustand bleibt bis zu der Stunde der Geburt. Die Einsamkeit belebet die vorige Eindrücke boshafter Gedanken; die Schmerzen lassen nicht zeit die Folgen zu überdenken; und so wird das völlig ausgeführt, was vielleicht nicht völlig beschlossen wäre. Es verstehet sich von selbsten, daß die Gedanken nicht jederzeit bey allen auf solche Art folgen. Cs ist möglich daß
«vor solch


