rrs Giesirtchewöchemkche gemeinnützige Anzeigen
Tharen statt finden. Doch sind sie so häufig. Ehedem dachte man, die öffentliche Kirchenbuße seye die Ursache; man schäfte sie ab und es werden noch eben so viele Kinder umgebracht als zuvor. In einer gewissen Provinz Deutschlands schäfte man alle Strafen ab, man fetzte so gar Belohnungen an ihre Stelle; doch höret man dorten eben so wohl von dieser Miffethat, als anderswo. In Frankreich sind Findelhäuftr, dennoch findet man auf den Straßen sehr häufig modere Kinder. Es verdienet dieses in der That Nachdenken. Was die Orte betrift, wo Fin- delhäüser sind/ so kann man nicht in Abrede seyn, daß solche diese Tha- ten verhindern , wenigstens vermindern.' Geschehen sie dennoch, so muß man dagegen betrachten, daß sie auserdem noch viel häufiger geschehen würden. Es kann nickt geläugnek werden, daß solche Veranstaltungen in dieser verdorbenen Wett, eine sehr erspriesliche Veranstaltung sind, und daß sich diejenigen welche solche errichten, um das Daseyn vieler Menschen verdient machen, welche ohne solche nicht seyn würden. Cs bleibet aber eine Sache, welche Nachdenken verdienet. Man lege ein fremdes Kind auf die Straße. Man setze dem, welcher solches umbringen würde eine Belohnung aus. Gewis manche, die sonsten von der rohesten Aufführung sind, würden sich entweder kaum, oder gar nicht dazu entschliefen. Menschen hingegen, welche eben nicht von der rohesten Lebensart, nicht ohne Ein^ sichten in Gesetze sindbegehen diese Grausamkeit mit Gefahr ihres Lebens, qn ihrem eigenen Kmd; und zwar oftermalen solche, aus deren übrigen Aufführung man schliefen sollte, daß sie nicht im Stande wären, jemand Fremdes zu erniorden. Dem, der sich um das menschliche Herz bcmü- h et, bleibet die Frage, wie es wohl zugehen möge, daß dergleichen ausschweifende Handlungen begangen werden. In Beurlheilung. dieser Frage muß man, nach meinem geringen Erachten, folgende zwo Wahrheiten vor Augen haben. Erstlich : die EmschliesrMF zu einer au^eroxUndu eben bösen Thae, geschichet selten plötzlich/ sondern nur und nach ; zwnt-ns : Eine und eben Dieselbe Handlung gcschiehet nicht allezeit aus einer le^Urs^en. Ich glaube dieses müsse man zum Augenmerk nehmen , wann man Mittel erdenken will solche zu verhindern. Hat man Die Quelle einer Handlung und die Art und Weise wie Men- schensauf dieieibe wlien entdecket, so hat man in Entgegensetzung der Mittel ein groses gewonnen. Was den ersten Satz betrift, so bestätigt die Erfahrung , daß die größten Bösewichter nur nach und nach zu dem Gipfel ihm Bosheit gestiegen sind. In den Gedanken und Begierden
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