Ausgabe 
3.4.1770
 
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und Nachrichten»

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Veränderung nachlesen wollte. Nach meiner Meynung müste ein solches Werk aus lauter einzelnen Abhandlungen über die wichtigsten Begeben­heiten und Zeitpunkte bestehen, deren jede vor sich ein gewisses Ganze ausmachte, nach dessen Endigung man abbrechen könnte: denn den Zu­sammenhang der gesamten Geschichte, muß man aus dem Lehrbuch her ge­faßt haben. Auch hier könnte man von bepden angeführten Werken das Muster entlehnen. Ich würde ein solches Buch vor ganz überflüßig er­klären, und das Cramerische Werk allein anpreisen, wenn solches erstlich biß auf die heutige Zeiten fortgesetzt werden sollte, und hernach etwas mehr Betrachtungen über bürgerliche Geschichte, auch eine hinlängliche An­zahl von Betrachtungen über die Historie der Künste und Wissenschaften enthielte, und endlich für Frauenzimmer geschrieben wäre, welchen noth- wendig ein groser Theil der vorlrefiichsten Anmerkungen, die nicht nur Studirende sondern auch würklich Gelehrte von Ansehn noch benutzen können, zu hoch seyn muß. Die ungeheure Auszüge der allgemeinen Weltgeschichte die auf eine gedoppelte Art herauskommen , sind , ohne mich in eine weitere Kritick derselben einzulassen, nicht in dieser Absicht geschrieben, für ein Frauenzimmer zu hoch, und zu weitläustig.

Das dritte Buch würde ein historisches Lexicon zum Nachschlagen seyn. Man hat dergleichen genug, aber man kann einem Frauenzimmer nicht zumuthen fünf oder zehen Folianten nachzuschlagen, wenn es eine kleine Nachricht haben will. Ladvocats historisches Wörterbuch würde zu gebrauchen seyn, wenn es nicht nut der gewöhnlichen Flüchtigkeit, und Vorurtheilen eines Franzosen geschrieben wäre der auser der Geschich­te seines Landes höchstens noch etwa die alte Geschichte einiger Be­merkung würdig hält. Es fehlt eine solche Menge .der wichtigsten Artikel, daß das Buch fast gar nicht zu gebrauchen ist. Der Deut­sche halt sich vor berechtigt die Werke der Ausländer zu übersetzen, zu be­richtigen und zu ergänzen. D-ese Arbeit ist sehr gut, und Kat ihre Ver­dienste eben so gut als eigne Werke: wenn sie aber nur allemahl in die rechte Hande fiele. Der Uebersetzer deö ladvocatischen Werks hat eS um die Helfte vergrößert, eine Menge von entbehrlichen Attickeln eingeschaltet, und vielleicht keine fünfzig hinzugesügt, die von Wichtigkeit sind , wo­durch das Buch nach Maasqab seines wahren Werths viel zu kostbar ausgefallen ist. Ueberhaupt gehöret hierzu mehr, als mancher denken möchte, dessen Kunst im Zusammenstoppeln besteht. Ohne auf die

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