Ausgabe 
2.10.1770
 
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Messt sch e wöchentliche WclNWge Nllzetzcil linb Mchrtchten Vierzigstes Stück.

Dienstags den rten Oct. 1770.

Mit Hochfürstl. Hessen Larmstädtrscher gnäorgften Erlaubnis.

Fortsetzung von der unbilligen Verachtung des geistlichen Standes.

also gleich sehr viele Geistliche selbst schuld sind, wenn sie ihrer schlechten Lebensart halber in Verachtung fallen , so wird man doch auch gestehen müssen, daß es bey vielen nicht anderst seyn rann, wenn man bedenket daß ihnen die Gelegenheit dazu gemangut hat, und wenige Geist genug haben, dasjenige durch sich selbst zu ersetzen, Wa­ste eigentlich durch den Umgang hätten lernen sollen. Aber man muß die­sen Fehler nicht dem ganzen Stand aufbürden: denn es giebt auch feine Leute in demselbigen, welche zu leben wissen, ohne ihrem Amt etwas zu vergeben.

Auf der andern Seite ist, wenn man billig seyn will, auch nicht zu leugnen, daß viele und vielleicht die meisten Ursachen von der Verachtung, womit man die Geistlichen belegt, in ihnen selbst zu suchen seyen. Eine

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