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Gedicht auf Gellerts Tod, gesungen von Karl Mastalier, der G. I. Priester und öffentlichen Lehrer der Dichtkunst am Profeßhaußeeben derselben Geselljchast zu Wien.
■ Der Dichter und die Muse.
Der Dichter.
Was soll der Trauerflor an deinem Saptenspiel?
Und im göttlichen Auge der Schmerz? Weh Deutschland dir! Dieß gilt Einem Dichter der ersten Größe!
Die Muse.
Dieß ist das Saptenspiel des Dichters der Natur, Seine leichten Gesänge verschlang Der Jster und die Spree;
Auch die stolzere Seine singt sie.
Der Dichter«
Ach Gellere! - nenn ihn nur - entsank dir in die Gruft!
-O ich schäme mich nicht auf sein Grab
Zu tonnen. Schäme du
Deiner Schwäche dich, daß er starbe t
Die Muse.
Unsterblichen Gesang lehrt ich ihn zwar;
Und die Seele so schön, wie sein Lied, Ist Ruhms genug für mich, Stolzes genug. Nur der Leib ist Asche.
Der Dichter.
-O sammle mit die Asch', in der der schönste Geist
Wohnte, daß kein unheiliger Fuß, Kein Nordwind sie entweih!
foü sanft, wie er lebte, ruhen.)


