Ausgabe 
28.11.1769
 
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4*4 Giesilschervochentlich-SemerrmützLSe Anzetzm

Die Verknüpfung und den Zusammenhang der Dinge einzusehen sich be­mühet. Ja, wir sind recht darzu gemacht, unS mit unserm Geiste tn ütc Betrachtung der göttlichen Vollkommenheiten zu versenken , um dadurch zur Erkenntniß eines Wesens zu gelangen, ohne welches wir weder leben noch glücklich seyn können. Allein , jemehr wir uns mit der Betrachtung eines unendlichen Gottes, und insonderheit auch mit jenen Wegen beschtz- tigen, die er mit uns geht, desto unbegreiflicher kommen sie uns vor, und wir brechen endlich voller Verwunderung aus! O welch eine Tiefe des Reichthums, beyde der Weisheit und der Eikenntmß Gottes! Wie un­begreiflich sind feine Gerichte, und unerforschlrch seine Wege«!

Die göttliche Regierung uud Vorsehung aussert sich zuförderst bey dem Anfänge unsers Lebens, oder bey unserer Geburt. Schon zu der Zeit waltete jene Vorsicht über uns, da wir noch ohne Bewegung im Verborgenen lagen. Wer ist derjenige, der diesen Leib gebildet? Der diesen Leib mit so herrlichen und brauchbaren Gliedmassen ausgeziert? Der diese Theile und Glieder so wunderbar zusammen gefügt, und sie zu diesen und jenen Bewegungen und Handlungen eingerichtet und fähig ge­macht hat? Wer ist derjenige, der uns , ehe wir noch das Licht dieser Welt erblickten, vor so mancherley Zufällen bewahrte, die unS hatten be­treffen können? Wer ist derjenige, der diesen Leib mit einer Seele begab­te, die vernünftig und unsterblich ist ? Mit einem Worte: der uns zu Menschen gemacht hat? Ist es nicht der Schöpfer, von dem ein from­mer Hiob rühmt; Deine Hande haben mich gearbeitet, und gemacht alles, was ich um und um bin ? Du hast mir Haut und Fleisch angezogen, mit Beinen und Ädern hast du mich zusammen gefügt? Und David: Du hast meine Nieren in deiner Gewalt, du wärest über mir in Mutterleibe. Ich danke dir darüber, daß ichswunderbarlich gemacht bin. Es war dir mei­ne Gebeine nicht verhohlen, da ich im Verborgenen gemacht und gebildet wurde unten in der Erder deine Äugen sahen mich, da ich noch unberei­tet war, und waren alle Tage auf dein Buch geschrieben, die noch wer­den sollten, und derselben keiner da war. Und abermals: Du hast mich aus meiner Mutter Leibe gezogen , du bist mein Gott von Mutterleibe an.

Zweitens aussert sich auch die Vorsicht des Himmels in Ansehung der Eltern, der Zeit und des Orts unserer Geburt. Es kostet überaus wenig Mühe, zu begreifen, daß alle diese Dmge und Begebenheiten nicht von ohngesähr geschehen sind. Alle diese Umstände führen uns, wenn w