f 3« Giesffsche w-cheMrch -- MMLrWStzrge AttzerM
besseres mittheilen können. In Ansehung der Freundschaft ist unter aSm Arten derselben der Charakter der eheliches Freundschaft der wichtigste.
„ Es kan der Reiz, welcher -beyde Geschlechter mit einander vereim- get, nicht ein blosser natürlicher Reiz seyn, und unsre Begierden werden von den schönen Eigenschaften der (Leele, die wir entweder vorhanden zu seyn glauben, oder würklich vorhanden sind, angezündet. Es ist k/in blos körperlicher Reiz, sondern eine Vereinigung, eine glükiiche Uedereinstjm- mung unserer Gemühter und moralischen Eigenschaften, und so gar..Pis Befriedigung unserer Leidenschaften gründet sich darauf. Wir haben diese« Trieb von der vorsichtigen Natur erhalten, und ohne denselblgen würde das menschliche Geschlecht, die Welt selber untergehen und verwüstet werden; aber durch Einschränkung unserer Triebe würden wir noch weit unter die Thiere versezt werden. Man sezze nur zur Hauptabsicht des Ehestandes die Erziehung, die Erhaltung der Menschen ,, und frage alsdenn, ob wir diese Pflicht erreichen würden, oder könten, wenn wir zügellos, wenn wir unbändig in Ersätligung unserer Leidenschaften wären ? Würden wie ;nicht die edelsten Neigungen unserer Seele vernichten , und, dieselbige« zum Schaden der unsterblichen Seele-rmsbrauchen, ja eher Verwüstungen unter dem menschlichen Geschlechte änrichten, als daffelbige auf dievon -G-Ött bestimmte Art erhalten? Und wie man weder einebeständige Ruhe, noch eine sorgfältige Erziehung , ohne beständige Bande, wohl denke« kann; so lasset sich zugleich daraus schliessen, daß die Vielweiberey mehr Beschwerlichkeiten habe, M.idaß sie durch die Vernunft angepriesm werden könte. Wenn die Scheidung, nach Veli'ebenl zugelassen wäre, würde da nicht ein EiLensinn, ein kleiner Verdacht hinlänglich seyn, sich auf ewig zu trennen, und sein Wohl umzustoffcn ? Und würde er abermal eine andere gewählt haben, würde er nicht um eine Kleinigkeit ^willen abermal mit dieser, und dann wieder mit einer andern Gemahlin brechen? Und so würde sein Leben eine stete Wahl-seyn, wovon.ein weiser GDtt unmöglich der Ucheber seyn kann. Gesezrauch, Haßes manchmal in einzelnen Fällen wohlgethan wäre, wenn eine Trennung zugelaffen würde; so können doch einzelne Fälle keine Regeln zu Bestimmung des Ganzen machen; und würde es nicht ost aus niederträchtigen und boshaften Absichten geschehen. <
- jp VTene


