i o5 Giesiische wöchentlich - gemeinttStzige Anzeigen acceffum: und werden dabey die schriftlich abgefaßten Stimmen der Cardinale so gegeben, und gesamlet; daß man nicht weiß, wer; sondern bloß, wem man sie gegeben hat. . . a .
Wenn früh um 6 Uhr die Ceremomenmeister mit Lautung emeS Glökleins durchs Conclave gegangen sind, und dreymal geruffen haben: ad Capellam domini! Ihr Herrn in die Capeüel so gehen all« Cardinale in die Capelle Sixti IV. und nad) gehaltener Messe tritt der Decanus zum Altar, kniet nieder, betet, und dann schwört er stehend: „ Ich bezeugebey Christo, der mich richten wild keinen andern zu erwehlen, als welchen ich nach Gottes Willen erachte, daß er soll erwehlt werden, und will cs auch bey dem Acces thun. „ Er küst alsdann seinen ganz zusammen gelegten Zettel, (Bolletino) legt ihn in den goldnen Kelch, welchen ihm dcrCar- binal Erzpriester vorhält; nimmt ihn Darauf in seine Hand, und last die andern Cardinäle auf eben die Weise Die ihrigen auch einlegen. Der kranken Cardinale ihre werden in einem verschlossenen Käsigen geholt. Alle dich . Bollerini werden nun alle Morgen durd) die durd)s Looß besonders Dazu erwehlten Scrutatori untersucht. Die Nahmen der erwehlten werden mrt lauter Stimme verlesen. Wofern nun nicht wenigstens 2 vrittheil grimmen für ein Subject da sind; so werden alle uneröfnet verdrandt. Ist aber dieses; es mag niin per fcrurinium oücr acceflum gesd)chen seyn: so ist der Pabst canonisd) erwählt. Die drev obersten Cardinale der z verschiedenen Orden gehen jezt zu ihm, und der Decanus fragt ihn ; ob er die ihm rechtmäßig zukommende Würde annehmen wolte? Sagt er nach kniend verrichtetem Gebete Ja! so pflegt er seinen Nahmen zu verändern. * Er wird darauf hinter den Altar geführt; läst sich von den z ältesten Cardinal Diaconis dle päbstlicheu Kleider anlegen; wozu die Schuhe mit dem güldenen Creuze, der weisse seidene Mantel, das Oberröklein , die Kappe, und Ohrenmüzlein von rohten Sammet Büsch gehören. Nun sezt er sich auf den vor dem Altar gestellten päpstlichen Stuhl, und der Cardinal Ca- merlango
♦ Daß die Pabsie ihren Nahmen verändern, davon giebt man folgende Ursache» an. 1. Weil sie ihren Stand verändern, ganz andre Leute werden. 2. öfters ihre Nahmen gar schwer auszusprechen sind. r manchmal verlleiuerud für sie seyn könten- z.B. Bocca portius. Saurüssel änderte im9. Seculo feinen Nahmen zuerst, nnd ließ sichSergius nennen. 4, weil Christus den Simon Bononl'a- wie er erstlich hieß Petrum genant. Dec Cardinal Marcellus und Hadrianus II. behielten ihre Nahmen, und sagten: wer sie vorher gewesen, wollen sie auch ins künftige feyn, Sie dächten weder frömmer, aber auch nicht gottloser zu werden.


