Viessische
wöchentlich»
Dienstags den 27ten Juttii. 1769.
Mit Hochfürstl. Hessen Darmstädtischer gnädrgsten Erlaubnis.
Fortsezzung des aUgemernen Entwurfs der Pflichten/ welche ein christliches Frauenzimmer täglich zu beobachten hat/ von einem zärtlichen Vater an feine Tochter.
FAMan wird euch vielleicht sagen: 'es hat alles seine Zeit, nach eine« MIA gewissen Alter hat man auch ernsthaftere Einsichten, und wenn man zuvor die Welt kennen gelernet hat, so findet man auch an den Wahrheiten der Religion mehr Geschmack.
Vermeidet diese listige Fallstricke, denn es ist nichts als Betrug. ES beißt dieses eben so viel, als wenn man euch sagen wollte, daß man , um ein Land vor der Ueberschwemmung eines großen Flusses zu bewahren, die Damme sogleich durchbrechen müsse. Wenn ein Mensch von öffentlichen Angelegenheiten so falsch urtheilen würde, als beynahe alle Menschen von den guten Sitten und von der Religion urtheilen, so würde er für einen Narren gehalten werden. Bewahret also dem Herrn eure ersten und eure texten Jahre, ja euer ganzes Leben-. siiehet die Personen , welche, nach- drmßeden besten und schönsten Theil ihres redens der Welt gefchenket
C e haben,


