Ausgabe 
25.4.1769
 
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mrd NachrichkM m

Mr. thut 80 Thlr. So betrüge die ganze Sumnie aller Ausgabe ra^o Thlr. Wer im Stande ist, den gegenwärtigen Zustand unsrer Kirche mit einem erleuchteten Auge und unpartheyischen Herzen zu erwägen, der wird überzeugt seyn , daß zu einem rechtschaffenen und tüchtigen Predi­ger, äusser einer ungeheuchelten Frömmigkeit, auch eine ziemlich auögebrei- tete Gelehrsamkeit erfordert werde. Bedenkt man nun , daß diejenigen, welche sich der Gottesgelehrheit widmen , mehrentheils während ihres Stu­dierens auf Schulen durch Armuth an der Erlangung einer gründlichen Wissenschaft sehr gehindert werden, in dem Amte selbst aber bey der gemei­niglich schlechten Besoldung oft kaum hinlänglichen Lebensunterhalt, ge­schweige soviel Vermögen haben , daß sie sich die nöthigen Bücher und Hülfsmittel anschaffen, und dadurch ihre Einsichten von Zeit zu Zeit er­weitern könnten; und ist man nicht gleichgültig über den großen Schaden, welcher aus der, vielen doch gewiß unvermeidlichen Unwissenheit, und da­her entstehenden Geringschäzzung mancher Prediger entspringet: so wird man sich nicht ungeneigt finden, zuzugeben, daß ein Capital zum gemeinen Be­sten sehr wohl angewendet werden könne , wenn verschiedenen Predigern, sowohl in Städten als sonderlich Dörfern , ihre schlechten Besoldungen dadurch, nach einem richtigen Verhaltniß, vermehret würden. Die beß- re Erziehung der Jugend auf dem Lande und die Sorge sür treue und ge­schickte Lehrer derselben und ihren hinlänglichen Unterhalt verdienet gleich­falls die Aufmerksamkeit mildthätiger Stifter. Es könnte den Schulmei­stern , welche vorzügliche Proben ihrer Geschiklichkeit und Treue ablegen, ein Stipendium mit dieser Bedingung gegeben werden , daß sie alle ihre Zeit und allen möglichen Fleiß lediglich zum Unterricht der Jugend anwen­den, sich auch in allen hiezu benöthigten Wissenschaften durch Anschaffung m'rzlicher Bücher, guter Schreibevorschriften rc. immer mehr üben , auch künftige Schullehrer zubereiten sollten. Arme Waysen odcr solche Kinder, welche von ihren Eltern weder mit Schulgelde noch mit Kleidung versehen werden können, sollten durch Hülfe eines Gestists heydeö , nebst Schul­büchern, erhalten. Wie viel Gütes könnte man hoffen , wenn man ein Capital von 100000 Thalr. dazu anwendete. Man rechne die Benutzung desselben jährlich auf 4000 Thlr. Dergestalt könnte man 1) 1600 Thlr. vor Schuldiener verwenden. 2) irooThlr. an fast eben so viele arme Kinder, z) 400 Thlr. auf Kleidungen vor gänzlich arme und ohrigefähr ifo Kmder. 4) 400 Thlr. vor die fleißigere Schulinspection der Herren ^Geistlichen. - Es kommen bisweilen Abstiche und Bürgerliche, die in gu-