E'tzA wtb Nachrichten. 367
den? Wö wir hinziehen finden wir Nahrung genug : und in der Liebe sind wir nichts weniger als gebunden. Alleunsre Frauenzimmer sind wie du bemerkt Haden wirst, ungeachtet der unterschiednenl Gesichtsbildung, gleich reizend. Wir wählen nicht, weil die Wahl unter ihnen unmöglich ist. Wie wrr uns auf unfern Spatziergängen oder in Gesellschaften durch eine Art von ohngesahr zusammenfinden, so bleiben wir so lange es uns beliebt, bey einander. Wir zeugen Kinder: Allein dieselbe bedürfen unsrer Hülfe und Sorge sehr wenig. Sie könne« sich in kurzer Zeit selbst forthelfen, und wachsen heran, ohne daß sie unö Mühe verursachen. Unsre Sitten sind daher, weil wir wenig bedürfen , ungekünstelt und einförmig: Ich gestehe es dieses Leben wird dir vielleicht sehr langweilig vorkommen : es würde eS auch seyn, wenn nicht die Veränderung des Umgangs die wir so oft vornehmen können, als eS einem oder dem andern Theil einfällt, uns tausend abwechselnde Gespräche und erlaubte Vergnügungen verschafte. Wir reden von den mancherley Wundern der Natur, von den unzählichm Himmelskörpern, die wir auf den großen Wanderungen, die unser Wohn- vlatz zu machen pflegt, oft sehr nahe, und immer in einer andern Gestalt erblicken, von den unzählichen Arten von Bäumen, die uns eine sehr abwechselnde und wohlschmeckende Nahrung verschaffen, von den mancherley Blumen die daü Gesicht und den Geruch in gleichem Grad vergnügen, von der anmuthigen Musik, welche viel tausend buntbemahlre Vögel aller Orten anstimmen, von den lustigen Sprüngen so vieler Thiere, die unS umgeben, sich von den Gewächsen nähren, mit uns Hüpfen und spielen , und denen wir, und sie uns, nicht das mindeste Leid zufügen. Storni men wir zusammen, so lachen, scherzen, und küssen wir: und da unsre Seele ganz und gar nrcht von der geringsten unordentlichen Begierde und Leidenschaft beunruhigt wird, so verfließen unsre Tage so ruhig, als jener sanfte Bach, der durch die grünen Matten dahin schleicht. So lebe« wir seit undenklicher Zeit, und niemand unter uns kann sich besinnen, daß er jemahls in einem andern Zustand sich befunden habe. Nur zwey Personen unterschiednen Geschlechts sind unter uns, die ihrer Aussage nach die ersten auf unferm Cometen gewesen sind, und von denen wir alle abstammen , daher dieselbige auch von uns insgesammt vorzüglich geehrt werden. Diesen ist es in ihren ersten Zeiten nicht so gut gegangen: sondern sie sind vorher auf einem andern Himmelskörper gewesen , wo sie tausend Ungemach nicht nur von der Luft und Witterung , sondern auch von Geschö- pftn xW gleiche ausgestanven haben, wie sie uns zuweilen erzählen, da-


