Ausgabe 
15.8.1769
 
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Mld V7achrichtett. W

daß auch Luft da wäre, sondern auch nachher außer demselben, so lange unmöglich macht, bis dieselbe durch eine geschickte Hülfsleistung aus dem Wege geräumt worden. Worin besteht also diese Veränderung? Denn nochwendig müssen wir sie kennen/ wenn wir sie bekämpfen/ wenn wir den sichersten Weg/ sie zu entfernen aussuchen wollen.

Ich habe bereits oben gesagt/ daß wir bey einer nahem Untersuchung der Ursache des Erstickens / insbesondere auf die Oeffnung der Luftröhre und die Bewegung der Brust zu sehen haben. Um sich aus einem Veysplele den Zustand vorzustellen / in welchem sich die zum Akhemholen erforderli­che Werkzeuge bey einem Wrenschen befinden / der ins Wasser fallt / und eine Zeitlang unter selbigem liegt/ so erinnere man sich nur an dasjenige/ was einem Menschen wiederfahrt / dem ein geringes Tröpfchen Wasser von vhngefähr in die Luftröhre gestossen ist. Ein heftiger Krampf/ welchen der Reiz dieses fremden Körpers in den sehr empfindlichen Häuten derLult- röhre plötzlich erregt/ verengt nicht nur in demselben Augenblicke die oh­nehin von Natur schon.sehr feine Oeffnung derselbe»/ sondern verursacht über dies / indem er sich auf das angränzcnde Brustfell und die Muskeln/ welche die Brust bewegen fortpstanzt / dasjenige heftige Zusammenziehen/ dieser letzter»/ wodurch die in der Lunge vorhandene Luft durch weiderholte Stöße / bey immer engerer und engerer Einklemmung der Brust / mir Gewalt hervorgestoßen / eine neue Erweiterung der Brust aber/ und daS davon anhängende Einachmen/ solange verhindert wird/ bis endlich durch die gewaltsam herausgepreßce Luft verfremde Körper entweder ganz/ oder zum Theil herausgestoßen worden/ da denn der Krampf in etwas nach­läßt/ und die erste/ wiewohl höchst mühsame Erweiterung der Brust wieder erfolgt/ wobey die Luft durch den noch wldernatürlichen verengten Spalt der Luftröhre/ zischend in die Lunge fährt. Diese grausame Wirkungen/ welche einem jeden bekannt sind/ der jemals ein heftiges Husten angesehen hat/ ist ein einziges Tröpfchen Wasser vermögend hervorzubringen, wenn es in die Luftröhre fällt/ und man weiß/ wie leicht selbst die Gefahr de6 Erstickens drohet/ wenn irgend die Ursache beträchtlich ist. Jetzt urtheile man/ was vor schreckliche Veränderungen in dm Werkzeugen des Athem- holens vorgehen müsse»/ wenn bey einem Menschen / der untersinkk/nicht etwan ein Tropfen/ nein/ eine merkliche Menge Wassers in Mund und Nase dringt und plötzlich auf die Oeffnung der Luftröhre fällt. * Kann ein

Kk 2, einziges

* Man wird hier hoffentlich nicht einwenden, daß dieses durch ein Zuhalten deS Mundes und der Nase verhütet werden tönne; denn eine solche Vorschrift,