Ausgabe 
15.8.1769
 
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*94 Gr'essisthe wHchLtttlrch--§ett!er'ttttütztZe Anzeigen

zu befrcyen. Damals muß man wohl nicht darauf verfallen [cpn, den Leichnam encs Ertrunkenen einmal zu öffnen. Denn zu geschweige», daß niemand erweisen konnte, wie reines Wasser, in sofern es nemlich im Ma­gen und de^n Gedärmen liegt, tödtliche Würkungen hervorbrmgen könne, wenn auch würckuch eine widernatürliche Meyge davon verjchluckt worden; so widerlegten nochmals die angestellten Leichenöffnungen dieses alte Vor- urtbeil schon hinlänglich, indem man sehr oft eine ganz unbeträchtliche Portion Wasser, oft aber auch gar keine Spur davon, im Körper antraf. Die Aerzte entdecken nunmehro, daß die wahre Urfache des "Loses der Ertrunkenen, die Erstickung fey. Durch diese Entdeckung ist vieles ge- Wonnen; aber gewiß noch nicht alles. Man darf hier kemeswegee stehen bleiben und glauben, daß man den ganzen Schlüssel zur glücklichen Eur schon gefunden habe. Cs ist noch eine wichtige Frage aufzulösen, die zwar manchem sehr leicht zu beantworten scheinen möchte, meines Erachtens aber auch nicht hinlänglich untersucht und entschieden worden rst: viele nemlich, worin die wahre Ursache des Erstickens dey den Ertrunkenen zu setzen sey t Denn so gewiß und bekannt ist, daß zehen Personen auS zehen verschie­denen Ursachen ersticken können, so gewiß ist auch, daß eine jede darun­ter ihre eigene Heilart erfordert, und man folglich die Unkerluchung der Ursache auch im gegenwärtigen Falle als eine Sache zu betrachten har, wor­auf sich die ganze Cur gründet. Allein wird nicht mancher kaum sich em- bilden können, daß ich diese Frage im Ernst thue, und die Antwort vor eben so natürlich, als hinlänglich halten, daß der Mensch darum rm- eerm Wasser ersticke/ weil er keine llnft har. Wie aber! Wenn ich frage, woher es denn komme, daß Ertrunkene, an welchen mau keine Zeichen des Lebens wahrnahm, die aber dennoch glücklich wider hergesteüt wurden, nicht sogleich wieder Akhem geschöpft haben, nachdem sie heraus gezogen worden? woher es komme, daß zuvor noch Hülfe nöchig g^wejen, «he )i< wider respiriren können, da sie doch itzo in fteyer Luft sich vesanden- woher eS endlich komme, daß andere, die ohne Hulse blerben , in frever Luft noch durchs Ersticken sterben können? Diese Zweifel möchte mir verze- nrge wohl^ schwerlich austölen können, der jene Antwort zur Erklärung der ganzen ^ache vor hinlänglich hält. Und mir deucht, es braucht keines andern Beweises, um überzeugend einzufehen, daß hier nom etwas meh­reres, als der Mangel der äußern Luft,in Betrachtung komme; daß eine große Veränderung in dem Körper des Ertrunkenen selbst vorgeaanaen epy müsse, welche das Athencholm nicht nur unter dem Wasser, gesttzt daß